10 000 Fische verenden in abgelassenem See

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Deutsche Presse-Agentur

In einem See in Mittelfranken sind mehr als 10 000 Fische und Muscheln verendet. Die Überreste der Tiere säumen den Grund des Sonnensees bei Flachslanden (Landkreis Ansbach). Das Wasser war vor zwei Wochen abgelassen worden. Die Polizei ermittelt nun wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Ansbach am Mittwoch auf Anfrage sagte. Zuvor berichtete der Bayerische Rundfunk über den Fall.

Pächter des Sees ist der Anglerbund Ansbach. Dieser habe den See planmäßig abgelassen, so der Polizeisprecher. Die Mitglieder des Vereins seien dann aber von der Menge der Fische, die in dem See leben, überrascht worden und hätten zunächst die zum Verzehr geeigneten Edelfische wie Karpfen und Zander abgefischt. „Die Angler konnten nicht mehr so viele Fische retten, das ist ihnen dann offenbar über den Kopf gewachsen“, sagte der Beamte. Der Großteil der verendeten Fische seien nicht zum Verzehr geeignete Weißfische. Bei den Muscheln handele es sich um eine chinesische Muschelart, die in dem See heimisch geworden sei.

Der Justiziar des Anglerbunds, Johannes Kalb, sagte, die Mitglieder des Vereins seien untröstlich über das Fischsterben. „Das ist für niemanden eine schöne Situation. Die Verantwortlichkeiten werden wir nun aufklären und benennen und transparent mit dem Geschehen umgehen.“ Der Anglerbund werde für die Beseitigung der Tierkadaver sorgen. Ein Spaziergänger alarmierte die Polizei, nachdem er den Leichengeruch der Fische bemerkt und die toten Tiere entdeckt hatte. Zur Klärung der Ursache beauftragte die Staatsanwaltschaft zusätzlich einen Gutachter.

BR24: Wasser im Sonnensee abgelassen: 10 000 Fische tot

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