Özdemir ruft Demokraten zur Geschlossenheit auf

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Cem Özdemir
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) spricht in Chemnitz. (Foto: Monika Skolimowska / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir ruft alle demokratischen Parteien zur Geschlossenheit gegen Rechts auf. „Der Gegner sitzt nicht in anderen demokratischen Parteien“, sagte er am Montag auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. „Das sind für uns alles Kollegen, keine Feinde. Da legen wir Wert drauf.“ Der Gegner sei weiter rechts zu finden, bei Rechtsextremen und den Rechtspopulisten von der AfD. Darum hätte er den bayerischen Landtag nach der Wahl am 14. Oktober „am liebsten ohne das AfD-Blau“. „Der Himmel ist blau, das langt.“

Sein Besuch in dem von Ausschreitungen geschüttelten Chemnitz habe ihn nachhaltig beeindruckt. „Ich habe die Höckes und die anderen gesehen“, sagte Özdemir. „Die missbrauchen die Tat für ihren Zweck.“ Jedes Mordopfer verdiene Trauer - völlig unabhängig von der Nationalität. „Wenn Du ein Herz hast, trauerst Du um jeden ermordeten Menschen“, sagte er und fügte hinzu: „Null Toleranz gegen Rechtsradikale. Nie wieder in Deutschland.“

Auf Spitzen gegen den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) verzichtete Özdemir aber dennoch nicht. „Er selber sieht sich so ein bisschen als Sonnenkönig. Markus Söder, die Sonne Frankens. Oder Markus Söder, die Dämmerung der CSU“, sagte er. „Heute steht CSU für „Chaoten sind unterwegs“.“

“In schwachen Momenten“, so Özdemir, wünsche er sich manchmal „den alten Ede Stoiber“ zurück. „Bei Stoiber hieß es wenigstens noch Laptop und Lederhose. Bei der heutigen CSU heißt es Kupferkabel und Diesellok.“

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