Abgelehnte Asylbewerber steigen in ein Flugzeug
Abgelehnte Asylbewerber steigen in ein Flugzeug. (Foto: Patrick Seeger/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Ein zu Unrecht abgeschobener afghanischer Flüchtling, der wegen eines Verfahrensfehlers zurückgeholt werden muss, ist auf dem Weg nach Deutschland. Er sei derzeit im Flugzeug, teilte Flüchtlingshelfer Andreas Linder am frühen Donnerstagmorgen mit. Der Flüchtling hatte in der deutschen Botschaft in Islamabad am Mittwoch ein Visum erhalten und sollte von Pakistan aus losfliegen. Er wird in Frankfurt am Main erwartet. Von dort aus wollte Haschmatullah F. nach Tübingen fahren, wo eine Pressekonferenz geplant war. Er hatte im Sommer mehrere Monate dort gelebt.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hatte seine Abschiebung irrtümlich erlaubt, obwohl am Verwaltungsgericht Sigmaringen ein Eilantrag seines Anwalts dagegen anhängig war. Solche Anträge gewähren Abschiebeschutz. Das Gericht hatte deswegen die Rückholung des Mannes angeordnet. Es wird erwartet, dass F. in den kommenden Monaten in Deutschland ein Asylverfahren durchläuft.

„Wir begrüßen, dass das BAMF die Vorgaben des Verwaltungsgerichts Sigmaringen eingehalten und Hashmatullah F. von Afghanistan nach Deutschland zurückgeholt hat“, sagte Andreas Linder vom Bündnis Bleiberecht. Das Bündnis forderte aus diesem Anlass generell einen fairen Umgang mit afghanischen Asylsuchenden in Deutschland. „Es kann nicht sein, dass innenpolitische Motive der Flüchtlingsabwehr, von der unsere Bundesregierung offensichtlich getrieben ist, dazu führen, dass Menschen in den Krieg und den Tod abgeschoben werden sollen.“

Eine BAMF-Sprecherin wollte sich nicht zu der Frage äußern, ob F. der erste abgeschobene Asylbewerber ist, der wegen eines Verfahrensfehlers zurückgeholt werden muss.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen