Zehntausende demonstrieren gegen Rassismus und Polizeigewalt

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Demonstration gegen Rassismus in Stuttgart
Zahlreiche Menschen bei einer Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt in Stuttgart. (Foto: Christoph Schmidt / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag in Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert und an „Silent Demos“ teilgenommen.  Zu den Protesten kamen mehr Menschen als erwartet: So waren in Mannheim (angemeldet: 650) und Stuttgart (angemeldet: 700) jeweils mehrere Tausend Menschen auf den Straßes, in Karlsruhe schätzte die Polizei die Zahl auf rund 500 (angemeldet: 200).

Demonstration gegen Rassismus · München
06.06.2020, Bayern, München: Mehrere hundert Menschen demonstrieren mit Plakaten auf dem Königsplatz in der bayerischen Landeshauptstadt während einer "Silent Demo" gegen Rassismus. Anlass ist der gewaltsame Tod von George Floyd in den USA. Insgesamt soll in 25 deutschen Städten demonstriert werden. (Foto: Peter Kneffel)

„Rassismus ist auch in Deutschland aktiv“, sagte die Organisatorin der Stuttgarter Demo, Nadia Asiamah. Teil des Protests ist ein acht Minuten und 46 Sekunden langes Schweigen - so lange kniete der Polizist auf dem Hals Floyds.

In München gingen rund 20.000 Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße. Die Zahl der Teilnehmer sei im Verlauf der Veranstaltung immer weiter angestiegen, berichtete ein Polizeisprecher. Anfangs waren zunächst 7000 Demonstranten am Münchner Königsplatz von der Polizei gezählt worden. Angemeldet waren 200 Menschen.

Demonstration gegen Rassismus - Frankfurt
06.06.2020, Hessen, Frankfurt/Main: Mehrere tausend Menschen beteiligen sich auf dem Römerberg in Frankfurt an einer "Silent Demo" zur Erinnerung an den gewaltsamen Tod von George Floyd am 25. Mai in der US-Stadt Minneapolis durch einen weißen Polizisten. (Foto: Boris Roessler)
Demonstrationen gegen Rassismus - Mannheim
06.06.2020, Baden-Württemberg, Mannheim: In schwarz gekleidete Teilnehmer mit Mundschutz nehmen an einer Versammlung unter dem Motto „Nein zu Rassismus! Black lives matter“ und halten Protestschilder in die Höhe. In rund 25 deutschen Städten demonstrieren Menschen mit sogenannten „Silent Demos“ gegen Rassismus. Auslöser ist der gewaltsame Tod von George Floyd am 25. Mai in der US-Stadt Minneapolis durch einen weißen Polizisten. (Foto: Uwe Anspach)

Hintergrund für die Demos ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis. Wegen seines Todes kam es zu Protesten und teilweise auch Ausschreitungen in mehreren Städten der USA, aber auch in anderen Ländern.

In München waren am Samstag immer wieder „Black Lives Matter“-Rufe zu hören (Schwarze Leben zählen). Die meisten Teilnehmer waren in schwarzer Kleidung gekommen. Neben Reden gab es auch Musik.

Demonstration gegen Rassismus · Dresden
06.06.2020, Sachsen, Dresden: Teilnehmer sitzen während einer "Silent Demo" zur Erinnerung an den gewaltsamen Tod von George Floyd am 25. Mai in der US-Stadt Minneapolis durch einen weißen Polizisten auf dem Altmarkt. (Foto: Sebastian Kahnert)

„Wir haben permanent Durchsagen gemacht, um auf die Einhaltung der Abstandsregeln hinzuweisen, die gerade anfangs oft nicht eingehalten wurden“, sagte der Polizeisprecher. Das Versammlungsgelände sei schließlich erweitert worden, um mehr Platz zu schaffen. Neben dem Königsplatz habe dann auch auf dem benachbarten Karolinenplatz demonstriert werden dürfen.

Demonstrationen gegen Rassismus - Mannheim
06.06.2020, Baden-Württemberg, Mannheim: In schwarz gekleidete Teilnehmer mit Mundschutz nehmen an einer Versammlung unter dem Motto "Nein zu Rassismus! Black lives matter" an einem stillen Protest teil und recken ihre Fäuste in die Höhe. In rund 25 deutschen Städten demonstrieren Menschen mit sogenannten "Silent Demos" gegen Rassismus. Auslöser ist der gewaltsame Tod von George Floyd am 25. Mai in der US-Stadt Minneapolis durch einen weißen Polizisten. (Foto: Uwe Anspach)
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