Wolfsgruß oder Schweigefuchs? Deutsche Politiker fordern Verbot

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Schweigefuchs oder Stinkefinger? Diese Handzeichen sorgen für Verwirrung
Der "Schweigefuchs" ist nicht das einzige Handzeichen, das es zu fragwürdiger Berühmtheit gebracht hat. Diese hier sind mindestens genauso missverständlich.
Agence France-Presse
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Nach entsprechenden Plänen in Österreich haben sich auch deutsche Politiker für ein Verbot des sogenannten Wolfsgrußes türkischer Ultranationalisten ausgesprochen. Der CDU-Innenpolitiker Christoph de Vries fordert in der „Bild“-Zeitung ein Verbot der ultranationalistischen Grauen Wölfe, ihrer Symbole und Gesten. „Jede Form des Faschismus ist menschenverachtend und eine Bedrohung für unsere freiheitliche Gesellschaft.“

Vergangenes Jahr sorgte das Handzeichen in Baden-Württemberg bereits für Diskussionen, da ein ähnliches Symbol - der sogenannte Schweigefuchs - zum Repertoire vieler Grundschullehrer gehört. Ist eine Klasse zu laut, bedeuten die Lehrer ihren Schülern damit: „Mund zu, Ohren auf.“

Mund zu, Ohren auf.“

Weil Eltern auf die Zweideutigkeit des Handzeichens hingewiesen hatten, empfahl das Kultusministerium den Schulen in Baden-Württemberg, das Zeichen nicht mehr zu nutzen. „Die Schulen werden von der Schulverwaltung informiert, dass sie den Schweigefuchs nicht mehr verwenden sollen“, sagt Florian Gleibs, Sprecher des Kultusministerium.

Mit einer Abmahnung müssen Lehrer, die nach wie vor auf das Handzeichen zurückgreifen, nicht rechnen. „Es handelt sich um kein Verbot und es wurde auch nicht schriftlich herausgegeben", sagt Gleibs. Wenn es tatsächlich noch vorkommen sollte, hoffe Gleibs, dass die Lehrer von der Schulverwaltung auf alternative Symbole aufmerksam gemacht werden. Als Beispiel nennt er einen Finger auf die Lippen zu legen, eine Klangschale oder ein Glöckchen zu verwenden oder die Klasse solle sich gemeinsam ein eigenes Symbol suchen.

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