Die Fotomontage zeigt, wie Windräder auf dem Markdorfer Hausberg Gehrenberg aussehen könnten. (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung

Die Energiewende kommt und mit ihr die Windkraft. Doch die hohen Räder sind umstritten. Gegner bemängeln, dass Windräder die Landschaft zerspargeln, nicht schön anzusehen und wenig effektiv sind. Schwäbische.de dokumentiert den Stand der Windkraft im Südwesten.

Im Raum Ellwangen sorgt derzeit ein geplantes, kleines Einzelwindrad (rund 80 Meter Nabenhöhe) für Wirbel. Ein Landwirt und Gemeinderat aus Stödtlen will es bauen; die Gemeinde ist dafür, viele Nachbargemeinden sind dagegen. Grund: In dem Gebiet sollen Windräder eigentlich in Windparks konzentriert werden. Zuletzt eskalierte der Streit im Gemeindeverwaltungsverband. Nun liegt der Bauantrag auf Eis.

Ein Unternehmer aus Tannhausen hat vor gut einem Jahr eine Photovoltaikanlage gebaut, allerdings ohne Baugenehmigung. Das Landratsamts versucht seit Monaten, den Abbruch durchsetzen.

Erbach im Alb-Donau-Kreis kann kaum abwarten, einen Windpark zu bauen. Eine Bürgerenergiegenossenschaft ist gegründet, aber das letzte Wort hat der Landesgrenzen überschreitende Regionalverband, der den Staatsvertrag zwischen Baden-Württemberg und Bayern beachten muss. Widerstand gegen Windräder gibt es im Alb-Donau-Kreis und im Landkreis Biberach kaum.

Der geplante Bau von Windkraftanlagen in Markdorf und Überlingen (Bodenseekreis) wird von großen Teilen der Bevölkerung skeptisch angesehen. In Markdorf wurde eine „Interessengemeinschaft gegen Windkraftanlagen auf dem Gehrenberg“ gegründet, auch Bürgermeister Bernd Geber ist gegen Räder auf dem Markdorfer Hausberg.

Im Raum Sigmaringen wird in fast allen Gemeinden über Windkraft diskutiert: So plant die Stadt Gammertingen einen Windpark südlich von Kettenacker – Dienstag gab der Gemeinderat grünes Licht zur Gründung der „Gammertinger Windenergie“, die den Windpark bauen und betreiben soll.

Zwischen Leibertingen und Meßkirch könnte der größte Windpark im Gebiet des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben entstehen: Bis zu 15 Windkraftanlagen sind dort geplant. Fünf weitere Anlagen könnten bei Langenhart entstehen. Bei Sauldorf hätten bis zu drei weitere Windräder Platz. Bürger aus Leibertingen-Thalheim wehren sich gegen die Windräder.

Im Landkreis Tuttlingen gibt es aktuell keine größeren Proteste. Das liegt auch daran, dass bisher keine konkreten Projekte in Angriff genommen wurden. Es gibt bisher nur unverbindliche Überlegungen, wie beispielsweise in Tuttlingen-Eßlingen .

Im Landkreis Ravensburg plant der Gemeindeverwaltungsverband Gullen, an seiner Gemarkungsgrenze eine Windkraftfläche ausweisen – die Räder wären nur von Vogt aus sichtbar, das nicht zum Verband gehört. In Vogt regt sich Widerstand.

In Leutkirch hat der Gemeinderat vergangene Woche mit knapper Mehrheit eine zweite große Photovoltaik-Anlage auf Gemeindegebiet abgelehnt. Eine erste steht bereits.

In Isny gibt es seit Monaten erbitterten Streit um Windräder. Eine Bürgerinitiative „Natürlich fürs Allgäu“ wehrt sich gegen Windräder im Bereich der Adelegg .

Im bayerischen Scheidegg würde die Gemeinde gerne Windräder auf dem Pfänderrücken haben, doch der Regionalverband hat dieses Gebiet zum Ausschlussgebiet erklärt. (sz)

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