Bienen
Eine Furchenbiene und eine Sandbiene sitzen auf einer Blume. (Foto: DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Von der Zottigen Schmalbiene über die Senf-Blauschillersandbiene bis zur Gelbbindigen Furchenbiene: Um wahre Helden des Ökosystem sein zu können, benötigen Wildbienen nach Angaben des Landes wieder mehr Platz. Und dabei könne jeder helfen, sagte Hans Schwenninger, Wildbienen-Experte beim Regierungspräsidium Stuttgart, am Dienstag zum Start eines Schutzprojekts im Zoo Wilhelma und in Stuttgarter Parkanlagen. 123 Wildbienen-Arten wurden dort nachgewiesen, Schmal-, Sand oder Furchenbiene, die alle eine sehr spezielle Umgebung benötigten, so der Experte.

Er rief Gartenbesitzer auf, statt Englischem Rasen heimische Wildkräuter auszusäen und die Wiese nur ein- oder zweimal im Jahr zu mähen. Totholz, Brombeerranken oder offene Bodenstellen seien zudem wichtige Nistmöglichkeiten. „Wenn jeder nur eine wilde Ecke einrichtet, könnten sich die Wildbienen Stück für Stück auch in der Stadt wieder heimisch fühlen“, sagte Schwenninger.

Wildbienen seien „verkannte Helden unseres Ökosystems“, sagte Regierungspräsident Wolfgang Reimer. Die Wilhelma habe 2014 begonnen, eine bislang regelmäßig kurzgemähte Grünfläche umzugestalten und attraktive Nahrungspflanzen auszusäen. „Ein neues Blütenmanagement soll in der Wilhelma und im benachbarten Rosensteinpark Trittsteinbiotope für Wildbienen schaffen, um ihr Überleben in kleinen Bereichen zu sichern, von wo aus sie sich wieder ausbreiten können“, erklärte Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin.

Wildbienen komme ökologisch eine besondere Bedeutung zu, weil sie - anders als Honigbienen - auch bei regnerischem, kaltem Wetter fliegen und weitaus mehr Pflanzenarten bestäuben, so Experte Schwenninger.

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