In Konstanz wird am 10. August zum letzten Mal auf traditionelle Weise gefeiert. In der Stadt am Bodensee soll es eine Umfrage
In Konstanz wird am 10. August zum letzten Mal auf traditionelle Weise gefeiert. In der Stadt am Bodensee soll es eine Umfrage zur künftigen Gestaltung des Seenachtfests geben – das umweltfreundlicher werden soll. (Foto: dpa)
Marla Hanenberg und Martin Oversohl

Einige größere Kommunen sind angesichts der Klimadebatte noch unsicher, wie sie mit Feuerwerk zum Jahreswechsel umgehen sollen. Private Böllerei auf öffentlichen Plätzen können die Städte abseits des Sprengstoffgesetzes nur in Ausnahmefällen verbieten. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat dennoch ein Silvester-Böllerverbot für 31 Städte beantragt – als Maßnahme zur Luftreinhaltung. Die Anträge richten sich an die Kommunen, deren Innenstädte besonders mit Feinstaub belastet sind. Dazu zählen neben Stuttgart auch Heilbronn, Esslingen und Ludwigsburg.

Konstanz: Die Bodensee-Stadt geht in der Debatte um das traditionelle Seenachtfest auf die Bevölkerung zu: In einer Umfrage will die Kommune herausfinden, wie die Konstanzer das Fest in Zukunft feiern wollen und wie es umweltfreundlicher gestaltet werden kann. Das Fest findet am 10. August zum letzten Mal in seiner bisherigen Form statt – denn noch sei man an bestehende Verträge gebunden, sagte ein Sprecher der Stadt, die als erste den Klimanotstand ausgerufen hat.

Stuttgart: Das Ambiente ist großartig, das ehrwürdige Schloss bietet sich an: Trotzdem ist die Landeshauptstadt wegen des Klimaschutzes gegen ein städtisches Feuerwerk auf dem Schlossplatz. Touristikchef Armin Dellnitz könnte sich stattdessen Lichtinstallationen und Musik vorstellen. Auch private Böllerei an Silvester würde das Rathaus gerne verbieten lassen – auch aus Sicherheitsgründen. Bei einem generellen Verbot sieht Stadtsprecher Martin Thronberens aber ein Problem: „Um Feuerwerke in Stuttgart zu verbieten, müssten sie gegen geltendes Recht verstoßen“, sagte er. „Es gibt bislang keine Rechtsgrundlage, um Feuerwerke aus Gründen des Umweltschutzes zu verbieten.“ Wäre ein solches Verbot leicht zu begründen, „hätten wir es schon gemacht“.

Ludwigsburg: Die Stadt will das Böllern an Silvester nicht verbieten. Auch das große Feuerwerk im Schlossgarten finde weiterhin statt, sagte Sprecher Heinz Mayer.

Esslingen: In der Altstadt greift eine Sonderregelung. Weil es wegen Böllern und Raketen immer wieder gebrannt hat, beschloss die Stadt, Feuerwerk hier wegen der Fachwerkhäuser auch an Silvester und Neujahr zu verbieten. „Das Anliegen der Deutschen Umwelthilfe wird die Stadt Esslingen prüfen“, sagte Stadtsprecher Roland Karpentier. Allerdings könne das bestehende Verbot rechtlich nicht über die Innenstadt hinaus erweitert werden.

Heilbronn: Die Stadt steht vor einem Böllerverbot. „Wer das Thema Luftreinhaltung ernst nimmt, muss leider auch über den für manchen schmerzhaften Schritt eines „Böllerverbots“ zu Silvester nachdenken“, sagt Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD). Das Ordnungsamt bereite daher ein Verbot für das Stadtzentrum vor. „Gleichzeitig prüfen wir, ob wir eine öffentliche Ersatzfläche zur Verfügung stellen können“, ergänzt der Rathauschef.

Heidelberg: Die Schlossbeleuchtung zieht mit ihren bengalischen Feuern und Feuerwerken gleich dreimal im Jahr Tausende Touristen an. Ein Verbot von Böllern in der Stadt ist in Heidelberg bislang kein Thema. Auch die Schlossbeleuchtung wird nicht infrage gestellt. „Die Grenzwerte für Feinstaub wurden bislang nie überschritten“, sagt Stadtsprecher Christian Biester. „Ein Verbot von Feuerwerken ist in Heidelberg daher kein Thema.“

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