Was bedeutet Corona für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg? Die Bürger sind optimistisch

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Die Wirtschaft in Baden-Württemberg hat die Corona-Krise noch nicht überstanden.
Die Wirtschaft in Baden-Württemberg hat die Corona-Krise noch nicht überstanden. (Foto: Oliver Berg / dpa)
Stellv. Chefredakteurin / Digital-Chefin

Während die EU-Kommission die Konjunkturprognose für die Europäische Union am Dienstag weiter nach unten korrigiert hat, sind die Menschen in Baden-Württemberg zuversichtlich, dass ihr Bundesland die Auswirkungen der Krise wirtschaftlich gut verkraften wird. 

Mit 60,1 Prozent ist eine Mehrheit davon überzeugt, dass der Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg auf jeden Fall oder eher gut durch die Pandemie kommen wird. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Schwäbischen Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Online-Meinungsforschungsinstitut Civey

Auf die Frage "Glauben Sie, dass Baden-Württemberg als Wirtschaftsstandort gut durch die Corona-Pandemie kommen wird?" antwortete etwa ein Viertel der Befragten mit eher nein oder nein, auf keinen Fall. 13,6 Prozent der Baden-Württemberger sind in der Frage unentschieden.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut schließt sich der Mehrheit der Bürger an. „Wir haben in Baden-Württemberg allen Grund, optimistisch zu bleiben", sagte sie der Schwäbischen Zeitung. "Unsere Wirtschaft ist stark, wir haben herausragende Unternehmerpersönlichkeiten und hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."

Gerade der Mittelstand habe sich auch in schwierigen Zeiten immer wieder durch Flexibilität und Problemlösungsfähigkeit ausgezeichnet. "Das wird uns auch durch diese Krise helfen“, sagte die CDU-Politikerin.

Die EU-Kommission ist nicht so positiv gestimmt und korrigierte ihre wirtschaftliche Prognose am Dienstag nach unten. Die Wirtschaftsleistung der EU-Staaten werde im Jahr 2020 um 8,3 Prozent einbrechen, die der Länder der Eurozone sogar um 8,7, Prozent, wie die Kommission mitteilte. Im Mai lag diese Prognose noch einen Prozentsatz niedriger. 

Junge Baden-Württemberger sind am zuversichtlichsten

Die Baden-Württemberger lassen sich davon aber offenbar nicht beeindrucken und bleiben größtenteils optimistisch. Überraschend ist das Ergebnis der Civey-Umfrage besonders mit Blick auf das Alter der Befragten. 

Am positivsten gestimmt sind die Jüngeren und die Älteren: Mit knapp 74 Prozent ist die überwiegende Mehrheit der 18-bis 29-Jährigen zuversichtlich, was den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg betrifft, gefolgt von der Gruppe der Über-65-Jährigen mit gut 65 Prozent. Am skeptischsten sind hingegen die 30-bis 39-Jährigen und die 50-bis 64-Jährigen.

Die Ergebnisse verdeutlichen auch, dass die Zustimmung zur grün-schwarzen Landesregierung recht groß ist. Anhänger der Grünen und der CDU/CSU glauben am ehesten, dass Baden-Württemberg wirtschaftlich gut durch die Krise kommen wird.

Bei den Grünen-Anhängern sind es mit 78,1 Prozent fast vier Fünftel der Befragten. Bei den Bürgern, die sich politisch CDU/CSU zuordnen, zeigten sich drei Viertel der Befragten zuversichtlich. 

"Als Landesregierung tun wir alles dafür, unsere Unternehmen bestmöglich zu unterstützen", sagte Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut. "Wir helfen dabei, Liquiditätsengpässe zu überbrücken und die Innovationskraft zu stärken."

Doch sie schränkt auch ein, dass sich Bürger und Politik nichts vormachen dürften. "Diese Krise wird tiefe Spuren hinterlassen und nicht jedes Unternehmen wird sie überstehen.“

An der Online-Umfrage nahmen vom 30. Juni bis zum 7. Juli insgesamt 4421 Menschen teil. Die Stichprobengröße lag bei 3024 Befragten, der statistische Fehler bei 2,9.

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