Ein Waldrapp
Ein Waldrapp sitzt auf einer Wiese. (Foto: Felix Kästle/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Fünf der Waldrappe vom Bodensee sind aus ihrem Winterquartier in der Toskana ausgebüxt und weiter in Richtung Süden gezogen. „Die Jungtiere wurden von Menschen aufgezogen. Sie haben nicht verstanden, dass sie schon in ihrem Wintergebiet sind“, sagte Projektleiter Johannes Fritz. Zuvor hatte der SWR berichtet.

Doch keiner der Zugvögel ging verloren. Ihre Ziehmutter habe sie vor rund zwei Wochen mit GPS-Sendern geortet und sei ihnen im Auto Richtung Rom gefolgt, sagte Fritz. „Das war eigentlich gar kein Einfangen. Die Jungtiere sind hocherfreut, wenn sie ihre Bezugsperson wiedersehen und lassen sich anlocken.“ Da dem in Europa beinahe ausgestorbenen Vogel derzeit noch erwachsene Leittiere fehlen, übernehmen in dem Projekt Menschen diese Rolle. So soll der Waldrapp wieder heimisch werden.

Vier weitere Jungvögel, die ebenfalls von einem Leichtflugzeug geleitet Mitte August von Überlingen (Bodenseekreis) über die Alpen geflogen waren, blieben hingegen im toskanischen Naturschutzgebiet Laguna di Orbetello. „Sie hatten sich schon ausreichend in den Verband dort integriert. Von ihren Artgenossen haben sie die Informationen bekommen, die sie brauchen“, erklärte Fritz. Rund 60 Vögel haben demnach in diesem Gebiet Winterquartier bezogen.

Bis zum Ende der Zugzeit Mitte November sollen die fünf Ausreißer in Käfigen bleiben. Bereits 2017 wurden in Überlingen Waldrappe aufgezogen und fit für die Alpenüberquerung gemacht. Der Projektleiter geht davon aus, dass die ersten Tiere 2020 am Bodensee brüten könnten.

Infos zum Waldrapp-Projekt

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