Mario Gomez und Roberto Massimo
Mario Gomez (l) vom VfB Stuttgart und Roberto Massimo (r) vom VfB Stuttgart reagieren im Spiel. (Foto: Tom Weller/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Tim Walter hatte nach dem teils desolaten Auftritt des VfB Stuttgart kaum noch eine Stimme. Im Anschluss an das 1:2 (1:2) gegen den SV Wehen Wiesbaden war der VfB-Coach etwas heiser, fand aber trotzdem deutliche Worte: „Heute war einer dieser Tage, die man als Scheißtage bezeichnen kann“, sagte der 43-Jährige zur ersten Saisonniederlage des Noch-Tabellenführers der 2. Fußball-Bundesliga.

Zuvor hatte Wiesbadens Doppeltorschütze Manuel Schäffler (3. Minute/18.) zweimal von schweren Abwehrfehlern des VfB profitiert, Hamadi Al Ghaddioui (12.) gelang lediglich der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer. Selbst die Rote Karte für Gästestürmer Daniel Kofi Kyereh (77.) konnte der VfB in der hektischen Schlussphase nicht ausnutzen. „Es gibt halt so Tage, da triffst du die Bude nicht“, meinte Walter.

Was der Tabellenführer über weite Strecken anbot, war noch nicht mal drittligareif. Ohne den kurzfristig wegen einer Magen-Darm-Erkrankung ausgefallenen Holger Badstuber gewann der Topfavorit weniger als die Hälfte seiner Zweikämpfe. Nach drei Minuten unterlief Kapitän Marc Oliver Kempf und Atakan Karazor ein Stellungsfehler im Strafraum, Schäffler bedankte sich und schoss aus der Drehung die Führung.

Warum die Schwaben derart schläfrig und unkonzentriert auftraten, blieb ein Rätsel. Die Gäste machten lediglich das, was sie konnten: Mit elf Spielern verteidigen und auf Konter lauern. Ein Mittel fand der VfB dagegen nicht. Al Ghaddioui profitierte bei seinem Abstauber aus kurzer Distanz lediglich davon, dass die Hessen den Ball trotz mehrerer Klärungsversuche nicht aus dem eigenen Strafraum bekamen.

Besser wurde es aus Sicht des Absteigers auch dann nicht. Trainer Tim Walter schien an der Seitenlinie angesichts des Auftritts seiner Mannschaft zu verzweifeln. Der Coach gestikulierte und klatschte, und verlor dabei vermutlich auch seine Stimme. Es nützte aber nichts: Dem für Emiliano Sosa in die Startelf gerückten Borna Sosa unterlief ein katastrophaler Fehler, als er den Ball in die Füße des lauernden Schäffler passte. Der Torjäger bedankte sich erneut und tunnelte VfB-Keeper Kobel.

Im zweiten Durchgang erwischte es Sosa nach hartem Einsteigen von Wiesbadens Chato heftig am Kopf, der junge Kroate musste anschließend schwer benommen ins Krankenhaus. „Er hat definitiv eine Gehirnerschütterung“, sagte Walter. Zudem besteht bei Daniel Didavi der Verdacht auf einen Muskelfaserriss in der Wade.

Auch sportlich lief es weiter nicht. Gleich viermal trafen die nun drückend überlegenen Hausherren nur den Pfosten, ansonsten wusste der VfB mit dem fast permanenten Ballbesitz aber kaum etwas Nützliches anzufangen. Auch in der hektischen Schlussphase in Überzahl gelang dem VfB kein Tor.

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