Polizeibeamte kontrollieren sogenannte Autoposer
Polizeibeamte kontrollieren sogenannte Autoposer. (Foto: Uwe Anspach/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Aufgemotzte Fahrzeuge oder manipulierter Auspuff: Die Ermittlungsgruppe „Poser“ in Mannheim hat sich mit dem Ende der warmen Jahreszeit wieder aufgelöst. „In den sechs Monaten dieses Jahres verzeichnete die Verkehrspolizei nur noch 328 Mitteilungen lärmgeplagter Anwohner. Das ist eine Halbierung der Beschwerden“ sagte der Chef der Verkehrspolizei, Dieter Schäfer, am Mittwoch in Mannheim laut einer Pressemitteilung. Im Jahr 2016 füllten innerhalb von zwei Monaten 553 Bürgerbeschwerden den Postkorb der Verkehrspolizei, im Jahr 2017 kamen in sechs Monaten 650 E-Mails an. Die Ermittlungsgruppe war seit dem 19. April im dritten Jahr unterwegs.

„Poser“ gelten als Phänomen in Mannheim. Mit dem Begriff bezeichnen die Behörden Autobesitzer, die mit aufheulenden Motoren an belebten Plätzen vorbeifahren, um mit ihren manipulierten Wagen zu posieren.

Auch die Gelbe Karte „STOP Posing“ hielt sich laut Schäfer im Rahmen. 2016 wurden noch 76 dieser Anschreiben versandt. 2017 waren es nur 5 und in diesem Jahr immerhin 21. Bis auf einen Fall zeigten die Anschreiben auch in diesem Jahr ihre Wirkung. Die Fahrzeuge fielen nicht mehr beim Posen auf. An 79 Kontrolltagen wurden 1006 Fahrzeuge unter die Lupe genommen. 81 davon wurden aus dem Verkehr gezogen und entstempelt. Bei 68 war ein Lärmgutachten auf Kosten des Halters erforderlich. Es wurden 206 Verwarnungen erteilt, 69 davon wegen unnötigen Lärms. Von 253 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten waren 163 wegen technischer Veränderungen und Manipulationen am Fahrzeug.

Vor allem die warme Jahreszeit wird von Störenfrieden genutzt, um mit ihrem Gefährt lärmend durch die Straßen zu fahren. Häufiges Muster: Illegale Umbauten am Auspuff und rund um die Räder, das macht die Autos laut und auch gefährlich für den Verkehr. „Das Phänomen ist jedoch nur eingedämmt und nicht beseitigt“, sagte Schäfer und kündigte auch für 2019 Lage Maßnahmen gegen das „Poser-Unwesen“ an.

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