Unwetterfront zieht über das Land und sorgt für Chaos

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Deutsche Presse-Agentur

Blitz, Donner, Hitze und viel Regen: Nach dem heißen Wochenende sind heftige Gewitter über Teile Deutschlands gezogen. Das beeinträchtigte am Montagnachmittag auch den Betrieb am Frankfurter Flughafen.

Wie eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport sagte, legte die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Nachmittag eine sogenannte Nullsteuerung fest. Das bedeutet, dass bereits in der Luft befindliche Maschinen zwar landen konnten oder umgeleitet wurden. An Flughäfen im europäischen Umfeld starteten während der Nullsteuerung aber keine Flugzeuge in Richtung Frankfurt.

Die Arbeit auf dem Vorfeld wurde vorübergehend eingestellt. Rund 90 Minuten nach Beginn des Gewitters seien 114 Verbindungen annulliert gewesen, sagte die Sprecherin weiter. Passagiere mussten sich auf Verzögerungen einstellen. Wann der Betrieb wieder normal laufen sollte, war zunächst unklar.

Im Raum Pforzheim fielen nach einer Schätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) punktuell bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Nach Polizeiangaben musste zwischen Pforzheim-Dillweißenstein und Unterreichenbach kurzfristig auch eine Straße nach einem Hangrutsch gesperrt und gesäubert werden. In Pforzheim fiel ein Baum auf zwei Fahrzeuge. Verletzt wurde dabei niemand.

In Nordrhein-Westfalen mussten Pendler auf dem Weg zur Arbeit wegen der Gewitter mit Zugausfällen und Verspätungen kämpfen. Auf den Autobahnen staute sich der Verkehr zeitweise auf etwa 300 Kilometern. Zwischen Ruhrgebiet und Rheinland lief der Bahnverkehr nach einem Blitzeinschlag in Mülheim mehrere Stunden nur stark eingeschränkt.

Signale und Weichenstellungen fielen aus, die Züge konnten auf der Hauptachse zwischen Duisburg und Dortmund nur noch langsam fahren oder gar nicht. In Düsseldorf schlug ein Blitz in einen Zug der S-Bahn-Linie ein und legte den Betrieb im Berufsverkehr vorübergehend lahm. Da ein Zug wie ein Faradayscher Käfig funktioniere, sei den Fahrgästen nichts passiert, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Eine Frau überquert bei starkem Wind und einsetzendem Regen eine Straße in der Innenstadt von Wiesbaden.
Eine Frau überquert bei starkem Wind und einsetzendem Regen eine Straße in der Innenstadt von Wiesbaden. (Foto: dpa)

In Hennickendorf/Berkenbrück in Brandenburg gerieten fast 50 Hektar Wald in Brand. Feuerwehrleute seien vor Ort, sagte Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter des Landes. Mittlerweile gebe es ein großflächiges Feuer. Auf der Autobahn 10 am westlichen Berliner Ring war der Abschnitt zwischen den Raststätten Falkensee und Havelland gesperrt. Laut Verkehrsinformationsdienst war dort durch einen anderen Waldbrand die Sicht behindert.

In Mittelfranken brannte wegen eines Blitschlags eine Scheune nieder. Verletzt wurde am Montagnachmittag bei dem Brand in Sachsen bei Ansbach niemand, wie ein Sprecher sagte. Den Schaden schätzte die Polizei auf etwa 80 000 Euro. Wegen Gewittern seien an mehreren Orten in Mittelfranken, darunter in Nürnberg, Äste auf Autos gefallen und Schilder und Ampeln auf Straßen geweht worden. Größere Schäden habe es nicht gegeben.

Feuerwehr pumpt im Allgäu Keller aus

In Oberstdorf im Oberallgäu musste die Feuerwehr am Abend wegen mehrerer vollgelaufener Keller ausrücken, nachdem es dort stark geregnet hatte, wie ein Polizeisprecher sagte.

Die bundesweite Vorhersage: Nach einem teils gewittrigen Wochenstart beruhigt sich das Wetter am Dienstag wieder ein wenig. Neben einzelnen Wolken scheint bei Höchstwerten zwischen 26 und 33 Grad häufig auch die Sonne, wie der DWD mitteilte. Nur im äußersten Norden bleibe es demnach mit 18 bis 25 Grad kühler. Dort könnten sich auch dichtere Wolken vor die Sonne schieben. Schauer und Gewitter sind laut Vorhersage am Dienstag vor allem noch im östlichen Bergland und an den Alpen möglich.

Auch am Mittwoch soll es nur vereinzelt gewittern, betroffen sind der äußerste Westen und Nordwesten. Überall sonst gibt es wieder viel Sonnenschein bei noch mehr Hitze mit bis zu 35 Grad. Kühler bleibt es mit 25 bis 29 Grad nur im Westen und Nordwesten, wie es weiter hieß.

Nicht mehr ganz so heiß und wieder gewittriger wird es am Donnerstag, an dem im Nordosten aber immer noch bis zu 30 Grad drin sind. Im Südwesten können die Menschen bei 18 bis 23 Grad durchatmen. Dabei ist von der Mitte Deutschlands bis in die Nordosthälfte sowie an den Alpen aber Vorsicht geboten: Hier sind erneut teils kräftige Gewitter möglich.

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