Hexenkessel
Die Frau war durch das heiße Wasser im Kessel schwer an den Beinen verbrüht worden. (Foto: Stephen Wolf / DPA)
Digitalredakteur

Rund ein halbes Jahr nach dem Unfall auf dem Eppinger Fasnachtsumzug sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Heilbronn kurz vor dem Abschluss. Ende des Monats soll entschieden werden, ob die Ergebnisse der bisherigen Ermittlung für eine Anklage ausreichen, teilte Oberstaatsanwalt Martin Renninger auf Nachfrage von schwäbische.de mit. Doch ob es auch zur Anklage komme, sei offen. Die Arbeit der Staatsanwaltschaft gestalte sich alles andere als leicht.

Polizisten begutachten den Hexenkessel aus dem Umzug in Eppingen.
Polizisten begutachten den Hexenkessel aus dem Umzug in Eppingen. (Foto: dpa)

Eine 18-Jährige soll bei dem Umzug Anfang Februar von Mitgliedern der Hexengruppe aus Kraichtal-Bahnbrücken (Landkreis Karlsruhe) wohl aus Spaß über einen Kessel gehalten worden sein, der mit heißem Wasser gefüllt war. Der Polizei hatte das Opfer beim ersten Kontakt gesagt, sie habe bis zu den Knien im heißen Wasser gestanden. Sie war bei dem Vorfall schwer an den Beinen verbrüht worden und musste mehrere Wochen im Krankenhaus verbringen.

Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 19 Pesonen wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung beziehungsweise unterlassener Hilfeleistung. Das Opfer war nach dem Unfall am Straßenrand abgesetzt und zurückgelassen worden.

Doch die 18-Jährige konnte zu möglichen Tätern keine Angaben machen. Auch die Mitglieder der beschuldigten Umzugsgruppe zeigen sich wenig auskunftsfreudig. Die Tat gestanden habe bisher keiner der Beschuldigten, so Renniger weiter.

Für die Ermittler erschwerend kommt hinzu, dass alle Teilnehmer der Gruppe zu dem Zeitpunkt des Umzugs Masken trugen. Zudem gebe es kaum Beweismaterial. Kurz vor dem Unfall seien Bilder geschossen worden, bestätigte Renniger auf Anfrage weiter. Allerdings gebe es keine Fotos, die den folgenschweren Vorgang zeigen. Die Polizei in Eppingen hatte die Bevölkerung seinerzeit um Fotos und Videos des Fastnachtsumzugs gebeten, um sie gegebenenfalls als Beweismaterial auszuwerten.

„Obwohl die Gruppe aus Kraichtal stammt, ist die Staatsanwaltschaft Heilbronn zuständig“, sagte ein Heilbronner Polizeisprecher. „Da gilt das Tatortprinzip.“

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#Fasching #nachtumzug #eppingen #alkohol Ein Beitrag geteilt von René Rucola (@renerucola) am Feb 3, 2018 um 11:23 PST
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