Tierschutz-Skandal im Allgäu: Ermittlungen dauern noch mehrere Wochen

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Aufnahmen der „Soko Tierschutz“ von misshandelten Rindern hatten den Skandal ausgelöst.
Aufnahmen der „Soko Tierschutz“ von misshandelten Rindern hatten den Skandal ausgelöst. (Foto: SOKO Tierschutz)
Deutsche Presse-Agentur

Die Ermittlungen im Allgäuer Tierschutz-Skandal dürften noch mehrere Wochen dauern. Das teilte die Staatsanwaltschaft Memmingen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Beamten hätten zahlreiche Unterlagen und elektronische Dateien beschlagnahmt, die ausgewertet werden müssten. Zudem werde geprüft, ob das Videomaterial, das Misshandlungen an Kühen zeigt, tatsächlich aus den Ställen des beschuldigten Großbauern stammt. Ermittelt wird gegen 15 Menschen aus drei Betrieben.

Die Unternehmen sollen unabhängig voneinander arbeiten, weshalb drei Ermittlungsverfahren laufen. Auch die Schwere der Vorwürfe und der Umfang unterscheiden sich. Daher könnten Ergebnisse in manchen der Fälle früher feststehen.

Durch die Veröffentlichung von heimlich aufgenommenen Videos einer Tierschutzorganisation waren im Juli die Missstände aufgeflogen. In der Folge hat die Memminger Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen mehr als ein Dutzend Verdächtige aufgenommen, es handelt sich um Betreiber, Mitarbeiter und Tierärzte mehrerer Betriebe.

Außerhalb der Region klagen Landwirte über einen Generalverdacht. „Es herrscht eine massive Verunsicherung innerhalb der Berufsbranche“, sagte ein Sprecher des Bayerischen Bauernverbands. „Es ist ein Spagat, diese Missstände aufzudecken und gleichzeitig nicht denen Unrecht zu tun, die gute Arbeit leisten.“

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