Thesenanschlag: Reformbewegung Maria 2.0 protestiert

Zwei Aktivistinnen der katholischen Reforminitiative Maria 2.0
Zwei Aktivistinnen der katholischen Reforminitiative Maria 2.0 hängen ein Plakat mit ihren Thesen an das Hauptportal des Münsters. (Foto: Philipp von Ditfurth / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Aktivistinnen der Bewegung „Maria 2.0“ haben in Baden-Württemberg und bundesweit sieben Thesen zur Reform der Katholischen Kirche an Dom- und Kirchentüren geschlagen. Auf einem Plakat forderten die Reformerinnen etwa in Freiburg und Stuttgart Aufklärung und Verfolgung sexualisierter Gewalt, die Aufhebung des Zölibats und den Zugang zu allen Kirchenämtern für alle.

„Wir wollen weiter ein Stachel im Fleisch bleiben“, sagte eine „Maria 2.0“-Aktivistin aus Freiburg der dpa. Im Stadtgebiet seien am Sonntag an den Türen von 33 Kirchen die Plakate mit den Thesen aufgehängt worden - jeweils vor Beginn des Gottesdienstes. Einige Kirchgänger seien stehengeblieben, um sie zu lesen. Zum Teil seien die Plakate jedoch auch schnell wieder abgehängt worden. Die Aktion sei ja nicht unumstritten, sagte die Aktivistin. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurden die Thesen laut einer „Maria 2.0“-Sprecherin an mehr als 120 Kirchentüren geschlagen.

Nach Ansicht der Aktivistinnen muss sich die Deutsche Bischofskonferenz ernsthaft mit den in der katholischen Kirche notwendigen Reformen auseinandersetzen und den Willen zu Veränderungen durch Taten bezeugen. Die Aktion fand im Vorfeld der Vollversammlung der Deutschen Bischöfe statt, die von Dienstag bis Donnerstag online abgehalten werden soll.

2019 mischte die Bewegung mit ihrem Frauenstreik die katholische Kirche auf. Danach wurde es etwas ruhiger um „Maria 2.0“, doch zuletzt bekamen die Reformerinnen neuen Schwung. Im November hatten Mitglieder von Maria 2.0 mit einem „Beichtmobil“ unter dem Motto „Raus mit der Akte“ dagegen protestiert, dass der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki ein Gutachten zu sexuellem Missbrauch in seinem Erzbistum unter Verschluss hält.

Die Reformerinnen sehen sich nach Berichten, denen zufolge sie unter Beobachtung des Vatikans stehen, in ihrer Arbeit bestätigt. „Das ist ein Ritterschlag“, sagte die Mitgründerin der Bewegung, die Münsteranerin Lisa Kötter. „Es zeigt doch, dass wir einen Nerv getroffen haben.“

© dpa-infocom, dpa:210221-99-531510/2

Infos zum Buch von Lisa Kötter

Maria 2.0

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Stufenweise aus dem Lockdown: So gehen BaWü und Bayern mit den Beschlüssen um

Bund und Länder wollen in der Coronakrise einen Balanceakt wagen: In vorsichtigen Schritten soll das öffentliche Leben zurückkehren, obwohl die Infektionszahlen zuletzt leicht stiegen. Eine entscheidende Rolle kommt dabei massenhaften Schnelltests zu, bei den Impfungen soll zudem das Tempo deutlich anziehen.

+++ Alle bundesweit geltenden Beschlüsse der Bund-Länder-Beratungen finden Sie hier +++

Was das für Baden-Württemberg bedeutet Baden-Württemberg trägt die Entscheidung der Bund-Länder-Runde für regionale Lockerungen ...

"Übergang in neue Pandemiephase": Lockdown-Verlängerung bis 28. März, Öffnungsschritte und ein kostenloser Schnelltest pro Woche

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland wird angesichts weiter hoher Infektionszahlen grundsätzlich bis zum 28. März verlängert. Allerdings soll es je nach Infektionslage viele Öffnungsmöglichkeiten geben. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länder-Ministerpräsidenten am Mittwoch in Berlin in stundenlangen Verhandlungen beschlossen.

Vereinbart wurde eine stufenweise Öffnungsstrategie mit eingebauter Notbremse: Führen einzelne Lockerungen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen in einer ...

Impftermin-Ampel: Jetzt mit neuen Termininfos für neue Altersklassen

Mehr holprig als reibungslos läuft seit einigen Wochen die Corona-Impfkampagne in ganz Deutschland. Vornehmlich alte oder pflegebedürftige Menschen werden in den meisten Bundesländern zuerst geimpft.

Doch selbst wer zur aktuellen Zielgruppe gehört, hat es gerade schwer, einen Termin zu bekommen. Regionale Impfzentren haben - wenn überhaupt - nur wenige freie Termine, die schnell vergeben sind. Daneben fällt es schwer zu verstehen, welche Alternativen zum Impfzentrum vor Ort es noch gibt.

Mehr Themen