Tempolimit 130 auf deutschen Autobahnen? Das sagen Leser von Schwäbische.de

Lesedauer: 10 Min
Symbolfoto zum Thema Tempolimit 130 km/h. Eine Tachonadel ist auf einem Tacho neben der Anzeige f           r 130 Stundenkilo
Maximal Tempo 130 auf deutschen Autobahnen? Einen entsprechenden Vorstoß hat der Bundesrat abgelehnt. (Foto: Thomas Trutschel/photothek.de via www.imago-images.de)
Schwäbische Zeitung

Freie Fahrt für freie Bürger? Die Debatte um ein Tempolimit auf Autobahnen polarisiert. Seit Jahren werden zum Teil hitzige Debatten darüber geführt, ob auf deutschen Autobahnen generell eine Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern gelten soll.

Zuletzt hatte sogar der Automobilclub ADAC sein striktes Nein zum Tempolimit aufgegeben.

Doch eine politische Mehrheit dafür ist weiter nicht in Sicht. Der Bundesrat hat am Freitag einen entsprechenden Vorschlag abgelehnt, im Oktober war bereits ein Vorstoß der Grünen im Bundestag gescheitert.

Wir haben Sie - die User von Schwäbische.de - befragt: Was ist Ihre Meinung zu diesem Streitthema?

Eine Auswahl an Meinungsbeiträgen:

Es ist bereits gut geregelt.

Lazar G. via Facebook: "Nö, bitte nicht, wofür auch? Deutschland ist mit den Autobahnen ein besonderes Land und das sollte auch so bleiben. Da, wo es gefährlich sein könnte, ist es überall ganz gut geregelt. Nicht überall kann man Vollgas fahren und muss sich da auch an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Und da, wo eben nicht so viel Verkehr gibt, kann man auch mal etwas tiefer aufs Gaspedal drücken. Nur so bleibt der Verkehr flüssig, es gäbe sonst viel mehr Stau. Ich finde das völlig unnötig es überall auf 130 km/h zu begrenzen .."

Ein Tempolimit hat viele Vorteile.

Barbara W.: "Ein Tempolimit hat viele Vorteile: 1. Mehr Sicherheit auf den Straßen, weil es sich nicht lohnt, schneller als die anderen sein zu wollen und damit unnötige Risiken zu provozieren. 2. Weniger Staus, weil der Verkehr wesentlich gleichmäßiger fließen kann. 3. Besser für die Umwelt, weil es sich dann auch nicht mehr lohnt, Autos mit 540 PS haben zu müssen, die gefüttert werden wollen. Also: absolut dafür! Ich fahre gerne im Ausland mit dem Auto, weil es viel entspannter ist. Komme ich zurück auf die deutsche Autobahn, bin ich sofort wieder gestresst, weil Drängler dazu provozieren, riskanter zu fahren als man eigentlich selber möchte (insbesondere machts ganz übel!)."

Kein rationales Argument gegen ein Tempolimit.

Wolfgang H. via Facebook: "Wir Deutschen sind beim Tempolimit so vernünftig wie die Amis mit ihren Waffengesetzen. Es gibt in beiden Fällen kein rationales Argument, warum es so bleiben soll, aber den meisten schwillt der Kamm, wenn man daran was ändern will. Ich bin übrigens Vielfahrer mit 70.000 Kilometern jährlich und hab privat ein echtes Spaßmobil, trotzdem bin ich inzwischen für ein generelles Tempolimit auf unseren Autobahnen."

Autobahnen in Deutschland deutlich sicherer.

millermarcel27: "Die Geschwindigkeitsbegrenzung halte ich für derart überflüssig. Wenn man sich Statistiken über Verkehrstote weltweit anschaut, wird man merken, dass Deutschland trotz "offener" Autobahn deutlich hinter z.B. Italien oder Niederlande liegt (beide mit Tempolimit). Außerdem ist die CO2-Einsparung so gering, dass es nicht einmal um 1 Prozent geht. Abgesehen davon wurde schon mehrfach darüber abgestimmt und jedes Mal kommt man zum gleichen Ergebnis - kein Tempolimit. Wenn ich auf der Autobahn fahre, dann habe ich kein Problem mit Leuten, die schneller fahren, sondern mit Leuten, die mit 100 km/h nicht zurechtkommen oder einfach ohne in den Spiegel zu schauen auf den linken Fahrstreifen wechseln."

Wenn, dann intelligente Geschwindigkeitsbegrenzung.

Tommy E. via Facebook "Klares nein! Wenn, dann intelligente Geschwindigkeitsbegrenzung, die das Verkehrsaufkommen erkennt und demnach die Geschwindigkeit anpasst. Die Technik dazu gibt es schon lange. An der Begrenzung der Geschwindigkeit hängen enorm viele Arbeitsplätze, worüber sich die meisten gar nicht im Klaren sind."

E-Autos werden durch Tempolimit attraktiver.

Wolfgang A.: "Mein Wunsch ist: langsamer fahren und dabei schneller zum Ziel! Wie das geht? Überholverbot für LKW auf der linken Spur und gleichzeitig max. Tempo 130 für alle. Wer im Physikunterricht aufgepasst hat, der weiß, dass man sehr lange sehr schnell fahren muss, um einen minutenlangen LKW-Überholvorgang zu kompensieren. Gleichzeitig mit dem generellen Tempolimit sollten viele andere Limits auf 110 und 120 km/h aufgehoben werden, damit nicht ständig der Tempomat nachgeführt werden muss. Es gibt noch einen weiteren wichtigen Aspekt: Die E-Mobilität soll und wird kommen. E-Fahrzeuge, müssen auf Langstrecke gemäßigtes Tempo fahren, weil sie dann weniger "Tankstopps" brauchen und letztlich schneller am Ziel sind. Durch ein generelles Tempolimit werden E-Autos im Vergleich zu Verbrennern aufgewertet und dadurch attraktiver."

Warum ein System ändern, das seit über 100 Jahren funktioniert?

Manuel L. via Facebook: "Unsere Unfallstatistiken sind deutlich besser als die von Ländern mit einer Begrenzung. Wieso sollen wir dann also so dämlich sein, und etwas an einem System ändern, das seit über 100 Jahren funktioniert? Wer Angst hat, auf der Autobahn zu fahren, sollte allgemein seinen Führerschein abgeben."

Nachts Tempolimit aufheben

Paul Anton K.: "Tagsüber 130 oder 140 km/h, nachts so ab 22 Uhr Aufhebung bis morgens 5 oder 6 Uhr."

Wir brauchen ein Mindesttempo.

Xaver W. via Facebook: "Die größte Gefahr geht doch von den Trödlern aus, die nicht mal in der Lage dazu sind, 130 zu fahren, sondern mit 100 auf der mittleren Spur rumgurken oder ohne in den Spiegel zu schauen rücksichtslos ausscheren. Das sind vermutlich zum Teil die Gleichen, die sich dann hier über die vermeintlichen "Raser" und "Drängler" beschweren, die dann fast hinten auffahren und zu Recht hupen oder Lichthupe geben. Selbstverständlich gibt es auch Raser, aber ich wage mal zu behaupten, dass die Trödler deutlich in der Überzahl sind. Wir brauchen kein Tempolimit, sondern ein Mindesttempo. Und unnötiges langsam Fahren, was ja bereits in der StVO als Verstoß verankert ist, sollte viel härter und konsequenter bestraft werden."

Tempolimit wäre ein logischer Schritt.

Bernd Martin R.: "130 km/h ist schon seit vielen Jahrzehnten die vorgegebene Richtgeschwindigkeit. Wer schneller fährt, der darf das. Wer aber in einen Unfall verwickelt wird, der muss eben die damit verbundenen Konsequenzen tragen, selbst wenn er nicht Unfallverursacher ist. Dazu hat der Bundesgerichtshof auch schon mindestens ein Urteil (Az.: VI ZR 62/91) gesprochen. Um eine größere rechtliche Klarheit zu haben, sollte das, was nach der Justiz die höchste angemessene Geschwindigkeit ist, auch per Gesetz zur Höchstgeschwindigkeit gemacht werden. Für diesen logischen Schritt muss man noch nicht einmal die Umwelt bemühen."

Erhebliche Zeiteinsparungen.

Simon B. via Facebook: "Bei der Diskussion wird viel zu häufig unterschlagen, dass höhere Geschwindigkeiten erhebliche Zeiteinsparungen bringen. Auch kaum thematisiert wird, dass der Straßenverkehr in den letzten Jahren immer sicherer geworden ist. Ich sehe keine Notwendigkeit, die deutsche Schlüsselindustrie mit einer so überflüssigen Maßnahme so stark zu beschädigen."

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