Teil der Opfer führt Verhandlungen mit Brüdergemeinde fort

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Jugendheim «Hoffmannhaus»
Das Kinder- und Jugendheim „Hoffmannhaus“ der Brüdergemeinde Korntal. (Foto: Daniel Naupold/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Verhandlungen um die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen bei der evangelischen Brüdergemeinde Korntal (Kreis Ludwigsburg) gehen in geschrumpfter Besetzung weiter. Nachdem am Wochenende das Netzwerk Betroffenenforum die Zusammenarbeit mit der Brüdergemeinde aufgekündigt hatte, hält die zweite Opferorganisation ausdrücklich daran fest. „Die Brüdergemeinde ist sehr kooperativ“, sagte der Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Heimopfer Korntal, Ulrich Scheufele. „Es gibt keinen Grund, die Gespräche abzubrechen.“

Auch die Brüdergemeinde will mit den Mediatoren und verbliebenen Opfervertretern nach einer „zügigen Lösung für einen neuen unabhängigen Aufklärer“ suchen.

Die evangelische Landeskirche überlegt nach Angaben ihres Sprechers derzeit, wie eine Unterstützung für die Verhandlungen aussehen könnte. Allerdings betonte er, die Brüdergemeinde sei eine von der Landeskirche unabhängige Organisation. Das Netzwerk Betroffenenforum hatte gefordert, der Landesbischof müsse sich einschalten.

Nach Angaben der Betroffenen werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er bis 1980er Jahren in deren Kinderheimen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

Netzwerk Betroffenenforum Korntal

Arbeitsgemeinschaft Heimopfer Korntal

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