Staus, Unfälle, Sperrungen: Neuschnee sorgt für Chaos auf Autobahnen im Süden

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Drei Räumfahrzeuge des Winterdienstes sind auf der Autobahn 9 (A9) im Einsatz.
Drei Räumfahrzeuge des Winterdienstes sind auf der Autobahn 9 (A9) im Einsatz. (Foto: dpa)
Deutsche Presse-Agentur
Schwäbische Zeitung

Starke Schneefälle lähmen den Verkehr in weiten Teilen Bayerns und Baden-Württembergs. Wegen eines querstehenden Transporters auf der Autobahn 8 brauchen Autofahrer am Mittwochmorgen im Berufsverkehr viel Geduld. Die Autobahn wurde in Richtung München bei Friedberg voll gesperrt, wie ein Polizeisprecher sagte.

Der Transporter habe zwei Autos auf einem Anhänger geladen und stehe quer über alle Fahrspuren. Wie lange die Vollsperrung andauern würde, war zunächst unklar. Nach den Angaben des Sprechers war die Bergung wegen der vereisten Fahrbahn schwierig.

Autofahrer auf der A9 im Norden Münchens standen am Morgen über mehr als 20 Kilometer im Stau. Nach Angaben des ADAC lag der Zeitverlust im Berufsverkehr bei fast einer Stunde. Auch auf den anderen Fernstraßen nach München bildeten sich Staus.

Winter in Bayern
Hinter einem Räumfahrzeug staut sich auf der Autobahn 9 im Schneetreiben der Verkehr. (Foto: Matthias Balk / DPA)

Für viele weitere Schulen vermeldeten die Behörden am Mittwoch Unterrichtsausfälle. Im Berchtesgadener Land, im Ostallgäu, in Teilen des Landkreises Deggendorf und in weiteren Kreisen und Gemeinden sollten die Schüler zuhause bleiben. Die Schneemassen stellten die Räumdienste vor erhebliche Probleme. Im oberbayerischen Landkreis Miesbach gilt Katastrophenalarm.

Zuhause bleiben dürfen beziehungsweise sollen heute auch die Schüler in Lindau. Dort werden die Ausmaße des Winterwetters immer sichtbarer. Mehr dazu lesen Sie hier: +++ Schneemassen erdrücken eine Bootshalle im Lindauer Gewerbegebiet +++

A7 bei Aalen voll gesperrt

Außerdem brennt ein Lastwagen auf der A7. "Die Löscharbeiten dauern an, die Autobahn ist in Richtung Ulm voll gesperrt", so Bienert. Der Lkw liegt auf Höhe Haisterhofen. Es hat sich ein rund 15 Kilometer langer Stau gebildet. 

11.40 Uhr

Wie Polizeipressesprecher Bernd Märkle auf Nachfrage der "Ipf- und Jagst-Zeitung" mitteilt, wird der Verkehr auf der A7 in Richtung Würzburg über den Standstreifen und die rechte Fahrbahn geleitet. "In Richtung Ulm wurde soeben eine Spur geöffnet, um den stehenden Verkehr abfließen zu lassen", so Märkle. Das bedeute, dass die Fahrzeuge, die zwischen der Anschlussstelle Ellwangen und der Brand stelle stehen, abgeleitet werden.

Der restliche Verkehr wird über die Umleitungen U9, U10 und U11 ab- und umgeleitet. Der restliche Verkehr wird über die Umleitungen U9, U10 und U11 ab- und umgeleitet. Am Lkw selbst entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 55.000 Euro. An der Ladung ein Schaden von rund 150.000 Euro. Die Schäden an der Leitplanke beziehungsweise der Fahrbahn belaufen sich auf mindestens 15.000 Euro. Der Lastwagenfahrer blieb unverletzt.

Im Landkreis Miesbach wurde Katastrophenalarm ausgelöst.
Im Landkreis Miesbach wurde Katastrophenalarm ausgelöst. (Foto: dpa)

Ab dem frühen Morgen kam quasi an allen Aufstiegen zu den Hochflächen der Verkehr teils gänzlich zum Erliegen. Behinderungen gab es auf der Lauterburger Steige, der Ebnater Steige, der Himmlinger Steige, der Waldhäuser Steige sowie auf der Landesstraße zwischen Heubach und Bartholomä. Auf der Westumgehung der B29 kam der Verkehr zwischen Westhausen, Hüttlingen und Aalen wegen feststeckender Lastwagen fast gänzlich zum Erliegen und führte zu entsprechenden Auswirkungen auch auf den Nebenstrecken. Ab etwa acht Uhr entspannte sich die Situation langsam, sodass die Strecken teils wieder befahrbar waren.

Rückstaus dauern auf der B29 und auf der Verbindungsstraße zwischen Wasseralfingen und der B29 weiterhin an. Der Verkehr ist in beide Richtungen schleppend. Am Morgen waren die Auswirkungen der Unfälle bis nach Aalen spürbar. 

Mehrere Unfälle auch in Oberfranken

In Oberfranken führte starker Schneefall am Mittwochmorgen zu mehreren Unfällen. In der Region Hof und im Fichtelgebirge kamen zahlreiche Autos und Lastwagen von den Straßen ab. Ein Mensch wurde verletzt.

Bei der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) fielen wegen des winterlichen Wetters auf den Strecken südlich von München einige Verbindungen aus. Auch beim Busverkehr in der Landeshauptstadt sorgte der Schnee für Beeinträchtigungen. Fahrgäste mussten mit Verspätungen und Ausfällen auf allen Linien rechnen, wie die Verkehrsgesellschaft mitteilte.

Unabhängig vom Schneefall legten in den Morgenstunden technische Störungen für mehr als eineinhalb Stunden den Zugverkehr zum Münchner Flughafen lahm. Fahrgäste mussten teilweise auf Taxis umsteigen.

Am Dienstag waren zahlreiche Lifte und Pisten in den bayerischen Skigebieten gesperrt. Das Forstministerium warnte vor Bäumen, die unter der Last des oftmals nassen Schnees jederzeit umkippen oder abbrechen können.

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