„Schmutziger Schneeball“ in Sicht: Mit ein bisschen Glück Komet Pan-Starrs entdecken

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Der Komet Pan-Starrs soll mit bloßem Auge - und ein bisschen Glück - erkennbar sein. (Foto: dpa)
Ingrid Augustin

Der Winter kehrt langsam wieder in den Süden zurück und passend dazu zeigt sich in den nächsten Tagen am Abendhimmel ein riesiger „schmutziger Schneeball“. Der Komet mit der astronomische Bezeichnung C/2011 L4 passiert nämlich die Erde und ist – wenn das Wetter mitspielt – von diesem Mittwoch an bis etwa zum 17. März in der Abenddämmerung gut zu erkennen.

Doch wer C/2011 L4 sehen will, muss schnell sein. Der Komet, der nach seinem „Entdecker“, dem Teleskop Panoramic Survey Telescope & Rapid Response System – kurz Pan-Starrs – auf Hawaii benannt wurde, ist nur kurz nach Sonnenuntergang am Horizont zu sehen. „Am besten schaut man in Richtung Westen, wenn die Sonne gerade untergegangen ist“, erklärt Werner Kiesle von der Sternwarte in Laupheim, „dann dürfte man den senkrecht nach oben zeigenden, charakteristischen Schweif des Kometen erkennen.“

Fernglas griffbereit halten

Pan-Starrs soll aufgrund seiner hohen Helligkeit bereits mit dem bloßen Auge erkennbar sein. Doch Werner Kiesle ist ein wenig skeptisch: „Kometen sind wandelbare Objekte “ – will heißen, ganz genau kann man die Helligkeit dieser Himmelsobjekte nicht vorhersagen. Denn diese hängt davon ab, wie viel Material der aus Eis und Staub bestehende Brocken bei seiner Annäherung an die Sonne verliert. Je mehr, desto heller „scheint“ der Komet. Daher kann es Hobbyastronomen nach Meinung von Kiesle auch nicht schaden, wenn sie in den nächsten Tagen immer ein Fernglas in Greifweite haben.

Freier Blick auf den Horizont

Wichtig sei, dass nichts den Blick auf den Horizont versperrt, denn Pan-Starrs wird nur dort zu sehen sein. „Idealerweise steht man auf einem kleinen Hügel, der einen freien, tiefen Blick erlaubt“, fügt Kiesle an.

Wäre also nur noch die Frage zu klären, ob denn auch das Wetter in den nächsten Tagen mitspielt. Roland Roth von der Wetterwarte Süd in Bad Schussenried kann sich nicht festlegen: „Da gibt es einfach zu große regionale Unterschiede“, erklärt er. So hätten die Regionen im Norden eine 50:50-Chance auf freie Sicht auf den Himmel, doch die Regionen in Richtung Alpen müssen sich auf einen bewölkten Himmel einstellen.

Keine guten Aussichten also – wobei einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es laut dem Wetterexperten für die Nacht von Freitag auf Samstag. Da stehen bislang die Chancen auf einen freien Blick auf den Himmel am besten. Dann aber sollte man sich warm anziehen, denn die Temperaturen werden in den Minusbereich sinken.

Wer keinen Blick auf Pan-Starrs erhaschen kann, der bekommt in diesem Jahr im November noch eine Chance: Dann passiert C/2012 S1, auch Ison genannt, nämlich die Sonne und soll einen noch spektakuläreren Anblick bieten als Pan-Starrs.

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