Deutsche Presse-Agentur

Im Fall des mutmaßlichen Schmugglerrings im Gefängnis von Heilbronn will das Justizministerium Vorwürfen nachgehen, die Anstaltsleitung sei untätig gewesen. Dies sagte Justizminister Guido Wolf (CDU) nach Angaben eines Sprechers am Donnerstag in Stuttgart. „Zunächst ist wichtig, dass die Staatsanwaltschaft die im Raum stehenden Straftaten ermittelt. Darüber hinaus haben wir im Haus eigene umfassende Überprüfungen angestoßen.“ Zuvor hatte die „Heilbronner Stimme“ von anonymen Anschuldigungen gegen die Anstaltsleitung berichtet. Sie soll vom Verdacht krimineller Machenschaften in den eigenen Reihen seit längerer Zeit gewusst und nichts unternommen haben.

Wolf sagte, sollten die umfassenden Untersuchungen ergeben, dass disziplinarische oder andere Konsequenzen notwendig seien, würden diese gezogen. Nach Angaben des Justizministeriums war die Gefängnisleitung nicht untätig. Dreimal sei sie seit 2016 wegen des Verdachts, dass der Hauptbeschuldigte Straftaten begehe, an die Polizei herangetreten.

Eine Anfang März 2018 erstattete Anzeige führte dann zur Aufnahme der Ermittlungen durch die Polizei und schließlich zur Festnahme des Bediensteten. Insgesamt haben die Ermittler sechs weitere Beamte der Justizvollzugsanstalt im Visier. Sie werden verdächtigt, Drogen und Medikamente in die Haftanstalt gebracht zu haben.

Nach Informationen von „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“ (Freitag) denkt Wolf auch über Einlasskontrollen für Justizvollzugsbeamte nach. Ähnlich wie im Flughafen sei dabei der Einsatz von Metalldetektoren oder Rauschgifthunden denkbar.

Gefängnis Heilbronn

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