Schlittenfahren trotz Corona? Welcher Wintersport in Baden-Württemberg erlaubt ist

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Die Polizei hat am Sonntagmittag die Zufahrten zum Stocksberg bei Beilstein gesperrt, um den Verkehr zu regulieren. Schon am Morgen waren alle Parkplätze am beliebten Rodelhang belegt gewesen.
Digitalredakteurin

Es schneit in der Region – und viele Menschen zieht es hinaus in die Natur. Besonders mit Kindern könnte man jetzt auf zahlreichen Rodelhügeln Spaß haben oder den schneereichen Winter auf der Skihütte und auf Langlauf-Loipen verbringen. Doch ist das während des harten Lockdowns in Baden-Württemberg überhaupt erlaubt?

Grundsätzlich gilt: Zum Vergnügen, zum Sport und in der Freizeit darf man sich draußen nur mit Personen aus dem eigenen Haushalt treffen. Zusätzlich ist höchstens eine weitere Person aus einem anderen Haushalt erlaubt. Zu den beiden Haushalten gehörende Kinder unter 14 Jahren werden hierbei nicht mitgezählt.

Wer sich also an diese Regeln hält, darf laut Corona-Verordnung in Baden-Württemberg nach Belieben Rodeln, Skifahren oder jeden anderen Wintersport ausüben.

Landesregierung warnt vor Ausflügen

Allerdings: Die Landesregierung warnt eindringlich vor Tagesausflügen in beliebte Regionen. „Die Landkreise und Verantwortlichen vor Ort wurden beauftragt Vorkehrungen zu treffen, um eine Anfahrt zu den Destinationen zu erschweren oder zu verhindern“, teilt das Ministerium mit.

Durch Straßenkontrollen und Sperrung von Parkplätzen sollen Menschenmassen verhindert werden. Denn: Weil es während des Lockdowns sonst kaum Freizeitaktivitäten gibt, strömen die Menschen in Scharen in die Wintersportgebiete. Besonders bei den aktuell guten Wetterbedingungen.

Auf Wanderwegen und Rodelhügeln wird es schnell zu eng. Aber auch dort gilt das Abstandsgebot von eineinhalb Metern im öffentlichen Raum.

„Sie müssen damit rechnen, dass Sie wieder nach Hause geschickt werden, wenn es an den Ausflugszielen zu voll wird“, heißt es dazu von der Landesregierung.

Abgesehen davon sind Hütten, Toiletten und Skilifte weiterhin geschlossen. Wintersportler müssen die Hügel also selbst erklimmen. Pisten werden nicht präpariert.

Die Situation macht auch den Bergwachten der Region Probleme. Weil die Lifte stillstehen, passieren mehr Unfälle abseits der Piste im freien Gelände, die Einsatzkräfte müssen schneller und öfter an verschiedene Orte, berichtet die Bergwacht Schwarzwald. Gleichzeitig sollten die Dienstmannschaften aber aus Schutz vor einer Ansteckung möglichst in festen Teams zusammenarbeiten. Das bringt die Einsatzkräfte personell an ihre Grenzen.

„Auch wenn ich verstehe, dass es die Menschen in wunderschöne Ecken Baden-Württembergs zieht, meine ich, dass in diesem Monat vielleicht auch dem Wald oder der Wiese vor der eigenen Haustür etwas abgewonnen werden kann“, sagt Baden-Württembergs Tourismusminister Guido Wolf. Das Land rät dringend dazu, Wintersport und andere Ausflüge auf die direkte Umgebung zu beschränken.

Und auch wenn die Corona-Verordnung Wintersport grundsätzlich nicht verbietet: Spätestens um 20 Uhr müssen alle Rodler und Skifahrer in Baden-Württemberg wieder zuhause sein.

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