Schlagen und Treten verboten: Hundetrainer dürfen Tieren keine Schmerzen zufügen

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Agence France-Presse

Hunden dürfen einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart zufolge während ihrer Ausbildung keine Schmerzen oder Leid zugefügt werden. Eine Erziehung der Hunde rechtfertige nicht, dass sie dafür leiden müssten, entschied das OLG mit einem am Montag veröffentlichten Urteil.

Geldbuße: 4000 Euro 

Das Amtsgericht hatte einen Tiertrainer und Inhaber einer Hundepension zu einer Geldbuße in Höhe von 4000 Euro verurteilt. Demnach hatte der Mann mehrfach Hunde geschlagen und getreten, um sie zu erziehen. Drei Hunde sperrte er in dunkle Keller ohne Licht. Ein anderes Tier band er mit einer Leine an eine Heizung.

Beschwerde abgewiesen

Der Mann argumentierte, dass er nur Maßnahmen ergreife, wenn ein Hund aggressiv sei. Er habe die Hunde nur nachts oder zu Trainingszwecken in Boxen gesperrt. Gegen das Urteil des Amtsgerichts legte der Mann Beschwerde vor dem Oberlandesgericht ein. Die wurde nun abgewiesen.

In Räumen, in denen Hunde gehalten würden, müsse Tageslicht eindringen, hieß es. Außerdem dürfe der Raum nicht kleiner als sechs Quadratmeter sein, was nicht gegeben gewesen sei. Hunde dürften zudem nur angebunden werden, wenn sie einen Bewegungsspielraum von mindestens fünf Metern hätten. Auch dagegen habe der Mann verstoßen.

Frage nach Tritten und Schlägen wird neu geprüft

Jedoch muss das Amtsgericht über den Vorwurf des Schlagens und Tretens neu entscheiden. Das Gericht habe nicht geprüft, ob die Schmerzen der Tiere infolge der Behandlung erheblich gewesen seien. Eine Ausbildung sei kein vernünftiger Grund, der erhebliche Schmerzen für die Tiere rechtfertigen würden, erklärte das OLG.

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