Schäfer wollen mit Schaf Erika vor dem Landtag demonstrieren

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Deutsche Presse-Agentur

Schäfer wollen heute vor dem Landtag in Stuttgart demonstrieren. Dabei wollen sie der Landesregierung eine Petition mit rund 120 000 Unterschriften übergeben. Sie verlangen eine Weidetierprämie, durch die Schäfer 38 Euro pro Mutterschaf und -ziege erhalten. Auch ein Schaf namens Erika - ein sogenanntes Leitschaf - soll demnach bei der Aktion dabei sein.

Die geforderte Prämie soll Schäfer für ihre gesellschaftliche Leistung im Natur- und Landschaftsschutz entlohnen und dem Beruf eine Zukunft geben, wie Thomas Golz vom Bundesverband der Berufsschäfer forderte. Die Schäfer hoffen demnach auf eine Entscheidung bei der Agrarministerkonferenz Ende April in Münster. „Im Augenblick ist das die einzige Möglichkeit, die Schäferei zu erhalten“, sagte der Initiator der Stuttgarter Demonstration, Sven de Vries.

Ihre Forderungen übergeben die Schäfer an Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium, und Andre Baumann, Staatssekretär im Umweltministerium. Sie beklagen bundesweit den Untergang ihres Berufsstands. In insgesamt zwölf Städten ziehen sie daher am Donnerstag vor die Landtage.

Die deutschen Schäfer stehen mit ihren Problemen nicht allein. Der Wegfall der Mutterschafprämie 2005 ließ die Bestände in der EU insgesamt schrumpfen. Laut Verband der Schäfer gab es im Jahr 2016 bundesweit noch 989 Schäfereien im Haupterwerb - 13 Prozent weniger als im Jahr 2010. In Baden-Württemberg arbeiten laut Angaben des Landesschafzuchtverbands 140 hauptamtliche Schäfer.

Internetseite des Bundesverbands Berufsschäfer

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