Landgericht Ravensburg
Ein Relief, das die römische Göttin Justitia mit ihrer Waage zeigt, im Landgericht in Ravensburg. (Foto: Felix Kästle/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Weil er Babynahrung vergiftet haben soll, muss sich vom 1. Oktober an ein Mann wegen versuchten Mordes in fünf Fällen vor dem Landgericht Ravensburg verantworten. Außerdem werden dem mutmaßlichen Supermarkt-Erpresser versuchte besonders schwere räuberische Erpressung in sieben Fällen und gemeingefährliche Vergiftung vorgeworfen, wie das Gericht am Montag mitteilte.

Der 54 Jahre alte Angeklagte hatte zugegeben, im September 2017 den Giftstoff Ethylenglykol in fünf Gläser mit Babynahrung gemischt und diese in Läden in Friedrichshafen am Bodensee platziert zu haben. Mit der Drohung, 20 weitere vergiftete Lebensmittel in Umlauf zu bringen, wollte der Mann 11,75 Millionen Euro von Handelsunternehmen erpressen.

Die Polizei konnte ihn jedoch Ende September im Raum Tübingen festnehmen und die vergifteten Produkte sicherstellen. Jede Portion davon wäre tödlich gewesen, wie damals die Polizei mitteilte. Verletzt wurde aber niemand.

Die Anklage geht davon aus, dass unter anderem die Mordmerkmale Habgier und Grausamkeit zutreffen. Der mutmaßliche Erpresser sei bereits mehrmals straffällig geworden. Derzeit sitzt er eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren wegen versuchter Freiheitsberaubung ab. Die Schwurgerichtskammer hat für den Prozess insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt.

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