Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg (Foto: dpa)

Eine Adelige macht sich für die Wiedereinführung von Benimm-Unterricht an Deutschlands Schulen stark. „Die Jugend von heute ist sehr interessiert an Benimm-Fragen und auch lernwillig“, sagte Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. „Deshalb wäre es nicht schlecht, wenn man in der Schule so einen Unterricht anbieten könnte. Vielleicht in der fünften Klasse — aber dann auch noch einmal später in den Abschlussklassen.“

Seit mehreren Jahren gibt Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg Kurse zu gutem Benehmen. Auch berät sie Unternehmen diesbezüglich. „Mitarbeiter sind die Visitenkarten des Unternehmens“, sagt die Prinzessin. „Als Personalkoordinatorin wird man oft gebeten, Bewerber auf gutes Benehmen und vor allem auf Tischmanieren zu testen.“

Ein vorbildliches Benehmen sei aber nicht nur im Berufsleben entscheidend. „Ob im Umgang mit Kollegen, zuhause oder in der Öffentlichkeit, das ist immer das A und O.“ Dabei gehe aber um mehr als nur das sture Auswendiglernen von Etikette-Regeln. „Für das gute Benehmen reicht das nicht aus.“ Ausschlaggebend seien Werte wie Hilfsbereitschaft, Wertschätzung, Höflichkeit und Zuvorkommenheit. „Erst diese, gepaart mit Etikette, machen einen formvollendeten Menschen aus.“

Jeder könne gutes Benehmen erlernen, unabhängig von der sozialen Herkunft. „Natürlich verfolgen viele Adelsfamilien die traditionelle Erziehung der Kinder, und es wird dort täglich gelebt“, sagte die Prinzessin. „Aber nicht jeder, der adelig ist, benimmt sich gut.“ In der Pflicht, Kinder früh an ein gutes Benehmen heranzuführen, sieht die Prinzessin die Eltern. „Wie soll das Kind etwas lernen, wenn die Eltern die Flasche Saft aus dem Kühlschrank holen und direkt daraus trinken oder beim Essen den Fernseher anschalten?“

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