„Panama Papers“: Fast 70 Verfahren wegen Steuerhinterziehung im Südwesten

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Panamapapers
Im Frühjahr 2016 hatte ein internationales Medien-Netzwerk mit den „Panama Papers“ Finanzströme in der mittelamerikanischen Steueroase enthüllt. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Symbol / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Im Zuge der „Panama Papers“-Enthüllungen haben die Finanzämter im Südwesten in 67 Fällen Ermittlungen aufgenommen. Dabei wurden in den Verfahren bei den Straf- und Bußgeldsachenstellen hinterzogene Steuern in Höhe von 457 724 Euro festgestellt, wie Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne) in Stuttgart mitteilte. Die Unterlagen seien unglaublich umfangreich.

Die „Panama-Papers“ waren im Frühjahr 2016 bekanntgeworden. Sie bestanden aus Unterlagen der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack & Fonseca, die von Journalisten weltweit ausgewertet wurden. Der Datenberg zeigte große Geldströme nach Panama, wo Tausende Briefkastenfirmen angesiedelt sind. Aus ihm ging auch hervor, dass zahlreiche Politiker, Sportler und andere Prominente Vermögen in Offshore-Firmen hielten. Die hessischen Steuerbehörden werten federführend für die Bundesländer und in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt die „Panama Papers“ aus.

Wer eine sogenannte Offshore-Firma betreibt, begeht nicht per se eine Straftat.

Finanzministerin BW Edith Sitzmann (Grüne)

Sitzmann sagte weiter, es werde sorgfältig vorgegangen. „Wer eine sogenannte Offshore-Firma betreibt, begeht nicht per se eine Straftat. Wenn aber über solche Firmen weltweit Geld am Fiskus vorbeigeschleust wird, dann ist das Steuerhinterziehung. Dieser gehen wir konsequent nach. Die Ermittlungen zu den Panama Papers sind ein gutes Beispiel, wie Behörden über Ressort- und Ländergrenzen hinweg eng zusammenarbeiten.“

Sofern bei der Auswertungen der Dokumente Auffälligkeiten festgestellt werden, werden die Daten an die Steuerverwaltung im zuständigen Bundesland abgegeben. In Baden-Württemberg ist die zentrale Sondereinheit auf dem Gebiet der überregionalen Steueraufsicht (SES) zuständig. Diese Sondereinheit ist beim Finanzamt Karlsruhe-Durlach angesiedelt.

Panama Papers: "Enthüllungen sind keine Überraschung"

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