NSU-Ausschuss hinterfragt ominösen Selbstmord auf dem Wasen

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Ermittler am Tatort
NSU-Ausschuss hinterfragt den ominösen Selbstmord. (Foto: Andreas Rosar/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die mutmaßliche Selbstverbrennung eines jungen Mannes auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart beschäftigt ab Montag den NSU-Untersuchungsausschuss im Landtag. Nach den offiziellen Ermittlungen handelt es sich um einen Selbstmord. Der Berliner Rechtsextremismus-Professor Hajo Funke glaubt aber, dass Florian H. möglicherweise in den Tod getrieben, wenn nicht sogar ermordet, wurde. Denn er habe unter erheblichem Druck der Ermittler und der rechten Szene gestanden. Am Tag seines Todes sollte der junge Mann von Beamten befragt werden - zum Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter im Jahr 2007 in Heilbronn.

Florian H. verbrannte im September 2013 in seinem Auto. Er soll laut der Aussage einer Zeugin angedeutet haben, Kiesewetters Mörder zu kennen. An diesem Montag will der Untersuchungsausschuss den Vater und die Schwester des Toten, Augenzeugen des mutmaßlichen Selbstmordes und - in nicht-öffentlicher Sitzung - die frühere Freundin von Florian H. befragen. Den Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) werden zehn Morde von 2000 bis 2007 zugerechnet - an Kleinunternehmern ausländischer Herkunft und an Kiesewetter.

NSU-Ausschuss

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