Nix verlängert Vertrag als Intendant des Theater Konstanz bis 2020

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Christoph Nix (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Konstanz (dpa/lsw) - Christoph Nix, Intendant des Konstanzer Stadttheaters, bleibt bis 2020 Leiter der Bühne. Eine vorzeitige Vertragsverlängerung habe der Gemeinderat der Bodenseestadt beschlossen, wie das Stadttheater am Freitag mitteilte. Nix ist seit Beginn der Spielzeit 2006/2007 Intendant am Theater Konstanz. Das Haus verzeichnet seitdem rund 100 000 Zuschauer pro Spielzeit bei etwa 25 Neuinszenierungen auf drei Spielstätten. Der letzte Vertrag von Nix wäre im Jahr 2016 ausgelaufen.

Zuletzt sorgte das Theater in Konstanz wegen eines Stücks über die Tötung von Armeniern während des Ersten Weltkrieges im Osmanischen Reich für Wirbel. Die Inszenierung von Edgar Hilsenraths Roman „Das Märchen vom letzten Gedanken“ schildert die Ereignisse von 1915/16 aus der Sicht eines Märchenerzählers.

Demonstranten vor dem Theater störten sich vor der Uraufführung vor allem an den Werbeplakaten für das Stück: Sie zeigten die Füße eines am Boden liegenden Menschen, über dem ein weißes Tuch ausgebreitet ist. Darüber weht die türkische Flagge, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wird mit den Worten zitiert: „In unserer Geschichte wurde kein Völkermord begangen.“ Nix entfernte die umstrittenen Plakate vor der Aufführung - aus Respekt gegenüber der türkischen Gemeinde, wie er sagte. Er betonte jedoch: „Kunst ist unermesslich frei.“

Im Ersten Weltkrieg wurden bis zu 1,8 Millionen Armenier aus Ostanatolien vertrieben. Die Osmanen sahen sie als Verbündete des Kriegsgegners Russland an. Nach Angaben des Zentrums gegen Vertreibungen in Wiesbaden kamen bei den Deportationen 1915/1916 fast 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Die heutige Türkei, in der nur noch eine kleine armenische Minderheit lebt, spricht von 200 000 Toten und weist den Vorwurf des Völkermords zurück.

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