Neue Antisemitismus-Vorwürfe gegen AfD-Landtagsabgeordneten

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Der AfD-Landtagsabgeordnete Hans Peter Stauch.
Der AfD-Landtagsabgeordnete Hans Peter Stauch. (Foto: dpa)
Landes-Korrespondentin

Auf dem Facebook-Account eines baden-württembergischen AfD-Politikers wurde ein Video geteilt, das mehrere Experten für antisemitisch halten. Der Film, der auf einer Facebook-Seite unter dem Namen des Landtagsabgeordneten Hans Peter Stauch geteilt wurde, enthält Verschwörungstheorien über die jüdische Familie Rothschild.

„Das ist ein eindeutig antisemitisches Video. Es arbeitet mit den gängigen Klischees der jüdischen Weltverschwörung, wie sie Antisemiten immer wieder der Familie Rothschild anzuhängen versuchen“, sagte Professor Uffa Jensen vom Zentrum für Antisemitismusforschung der „Schwäbischen Zeitung“. Zu diesem Schluss kommt auch Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter des Landes. Er sei entsetzt, dass ein Abgeordneter so etwas teile. Ein Politiker wie Stauch dürfe solche Inhalte nicht verbreiten. „Die Verschwörungsmythen über eine angebliche Rothschild-Weltbankherrschaft werden seit Jahrzehnten von rechtsextremen, linksextremen und islamischen Antisemiten verbreitet. Besonders übel daran ist, dass auch in diesem Video der zweite Weltkrieg und der Holocaust selbst als Ergebnisse der angeblichen, jüdisch-freimaurerischen Rothschildverschwörung vorgestellt und damit die Lehren aus der Geschichte abgestritten werden“, sagte er der „Schwäbischen Zeitung“. „Es ist besorgniserregend, dass die AfD Baden-Württemberg weiterhin nicht einmal glaubwürdig versucht, die antisemitische Radikalisierung in Teilen der Partei zu unterbinden. Es scheint, als hofften Teile der AfD, die Bevölkerung werde sich an den Judenhass wieder gewöhnen“, so Blume weiter.

Stauch wollte sich am Dienstag nicht äußern. Er sei auf der Klausurtagung der AfD-Fraktion und erst am Donnerstag wieder im Büro, so ein AfD-Sprecher. AfD-Fraktionschef Bernd Gögel ließ über den Sprecher ausrichten, es handle sich allein um eine Angelegenheit des Abgeordneten Stauch.

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