Nazi-Propaganda und Rassismus: Daimler-Mitarbeiter klagen gegen Kündigung

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Daimler-Stern
Der Streit um die Kündigung eines Daimler-Mitarbeiters wegen rassistischer Beleidigungen beschäftigt am Donnerstag das Landesarbeitsgericht. (Foto: Marijan Murat / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der Streit um die Kündigung eines Daimler-Mitarbeiters wegen rassistischer Beleidigungen beschäftigt am Donnerstag das Landesarbeitsgericht.

Der Mann soll einen türkischen Kollegen muslimischen Glaubens beleidigt und ihm islamfeindliche Nachrichten per Handy geschickt haben - was er nach Angaben des Gerichts bestreitet.

Darunter sollen laut Recherchen des ARD-Magazins „Report Mainz“ und des „Stern“ Bilder von Hakenkreuzen und Hitler gewesen sein.

Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, nachdem die Gruppe „Zentrum Automobil“, die sich als „alternative Gewerkschaft“ bezeichnet, die Kündigung in einem Video thematisiert und den gekündigten Mitarbeiter als Opfer eines Komplotts dargestellt hatte.

Im Film kommt es aus Unternehmenssicht zu einer äußerst bedenklichen Verzerrung der Wahrnehmung zwischen Opfern und Tätern.

Aus einer schriftlichen Erklärung von Daimler-Chef Ola Källenius

Daimler veröffentlichte damals eine Erklärung von Vorstandschef Ola Källenius, in der dieser Stellung gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz bezog. „Im Film kommt es aus Unternehmenssicht zu einer äußerst bedenklichen Verzerrung der Wahrnehmung zwischen Opfern und Tätern“, hieß es darin.

Das Arbeitsgericht als erste Instanz hatte die Kündigung für rechtmäßig erachtet. Daimler hatte noch einem weiteren Mitarbeiter gekündigt, der ebenfalls in dem „Zentrum“-Film vorkommt. Auch er geht dagegen vor. Sein Fall wird laut Gericht ebenfalls noch im Dezember verhandelt.

Nahe dem Gerichtsgebäude sind zwei Demonstrationen angemeldet. Eine Privatperson hat zu „Solidarität mit den betroffenen Arbeitern“ aufgerufen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund setzt eine Kundgebung unter dem Motto „Keine Hetze im Betrieb“ dagegen.

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