Naturschützer stellen Eilantrag gegen langjährige Gäubahn-Kappung

Auch die SBB-Züge aus Zürich rollen über die Gäubahn-Trasse nach Stuttgart – und werden jahrelang wohl nur bis Vaihingen fahren.
Naturschützer stellen Eilantrag gegen langjährige Gäubahn-Kappung. (Foto: Archiv: Roland Rasemann)
Deutsche Presse-Agentur

Im Streit um die Zukunft der Gäubahnstrecke vom Bodensee in Richtung Stuttgart schaltet der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) das Eisenbahnbundesamt ein. In einem Eilantrag argumentiert der Verband, die geplante Unterbrechung der Eisenbahnstrecke von Zürich nach Stuttgart verstoße gegen die Betriebspflicht der Bahn.

Ziel des Antrags sei es, der Deutschen Bahn zu untersagen, die Strecke stillzulegen, teilte der LNV am Dienstag mit. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet. Der LNV ist Dachverband von 36 Natur- und Umweltschutzvereinen in Baden-Württemberg, er kann Beteiligungs- und Klagerechte geltend machen.

Beim Bau des unterirdischen Tiefbahnhofs in Stuttgart als Teil des milliardenschweren Bauprojekts „Stuttgart 21“ plant die Bahn, die Züge aus dem Süden ab 2025 am Regionalbahnhof Stuttgart-Vaihingen enden zu lassen, bis der Anschluss zum neuen Hauptbahnhof fertig ist. Tausende Fahrgäste im Fern- und Regionalverkehr täglich müssten dann für viele Jahre auf S-Bahn, Busse und Stadtbahnen umsteigen.

Es sei absehbar, dass auf der internationalen Bahnverbindung in die Schweiz und nach Italien für etwa zehn Jahre kein durchgehender Zug von und nach dem Stuttgarter Hauptbahnhof mehr unterwegs sei, sagte der LNV-Vorsitzende Gerhard Bronner.

Die bisherigen Genehmigungen sähen allerdings eine nahezu gleichzeitig fertiggestellte Führung der Gäubahn über den Flughafen vor. Aus Sicht des LNV ist daher ein sogenanntes eisenbahnrechtliches Stilllegungsverfahren erforderlich.

Zuletzt hatte neues Gutachten, das unter anderem vom LNV, der Umweltorganisation BUND und dem Fahrgastverband Pro Bahn in Auftrag gegeben wurde, formuliert, das Vorgehen im Planfeststellungsbeschluss sei nicht mehr haltbar. Am Mittwoch wollen Anrainerkommunen ein weiteres Gutachten vorstellen.

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