Naturschützer drohen Europapark - Seilbahn ist „Schnapsidee“

Lesedauer: 3 Min
IGA Berlin
Wird die Seilbahn gebaut? Symbolbild. (Foto: Britta Pedersen / DPA)
Schwäbische Zeitung

Die Planung des Europaparks Rust, eine Seilbahn aus dem Elsass quer über den Rhein und durch zwei Naturschutzgebiete zu bauen, stößt auf heftige Ablehnung beim Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV).

"Bei allem Verständnis für den Wunsch des Europaparks, den französischen Markt besser zu erschließen: Die Seilbahn wäre ein krasser Verstoß gegen europäisches Naturschutzrecht und ist eine Schnapsidee”, schreibt der LNV-Vorsitzende Gerhard Bronner in einer Pressemitteilung. "Um die Verbindung ins Elsaß zu schaffen, müsste die Seilbahn quer durch das Naturschutzgebiet Taubergießen gebaut werden."

Nach Ansicht des LNV würde eine Seilbahn, die täglich tausende Personen transportieren soll, durch Rodungen, Stützkonstruktionen, Lärm und Beleuchtung einen ganzen Korridor quer durch das Naturschutzgebiet entwerten.

Störungsempfindliche Vogelarten, die einen wesentlichen Wert des Schutzgebietes ausmachen, könnten dort nicht mehr brüten.

Wenn die Planung tatsächlich weiterverfolgt werde und nicht an technischen oder finanziellen Problemen scheitere, müsse sich der Europapark auf die Ausschöpfung aller Einspruchs- und Rechtsmittel durch die Naturschutzverbände gefasst machen, bis hin zur EU-Beschwerde, kündigt Bronner an.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen