Nach Großbrand im Europapark: An Unglücksstelle entsteht neue Attraktion

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Großbrand im Europapark Rust
Eine schwarze Rauchsäule steigt über dem Europapark auf. (Foto: DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Schwäbische Zeitung

Im Europa-Park Rust ist nach dem Großfeuer vom Wochenende nach Angaben der Betreiber fast wieder Normalität eingekehrt. In den vom Brand betroffenen Themenbereichen Holland und Skandinavien werde das Fahrgeschäft „Koffiekopjes“ (Kaffeetassen) noch in dieser Woche den Betrieb wieder aufnehmen und das Fjord-Rafting in den nächsten Wochen wieder für Besucher offen sein, sagte eine Sprecherin von Deutschlands größtem Freizeitpark. Die Besucherzahlen seien unverändert stabil.

 

Brandermittler setzten unterdessen ihre Suche nach Hinweisen zur Brandursache fort. „Wie lange das dauert, wissen wir einfach nicht“, sagte ein Polizeisprecher. Mehrere Experten seien weiter vor Ort, um das Gelände zu durchkämmen und Befragungen durchzuführen. Die Polizei ermittele in alle Richtungen. „Niemand von uns glaubt an Brandstiftung“, sagte die Sprecherin des Parks aber.

Der entstandene Millionenschaden bewege sich im zweistelligen Millionenbereich, hatte der Vergnügungspark zuvor mitgeteilt. Was mit der zerstörten Indoor-Attraktion „Piraten von Batavia“ geschehe, sei weiter offen.

Wie der Park über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, mache man sich intensiv Gedanken über ein neues Konzept. Zum jetzigen Zeitpunkt könne bereits bestätigt werden, dass dort in Zukunft wieder eine Attraktion für die ganze Familie entstehen wird.

Eine von Fans des Europapark verbreitete Online-Petition mit dem Titel WIEDERAUFBAU VON „PIRATEN IN BATAVIA" hat bereits über 5000 Unterstützer gefunden. 

Eins zu eins werde es die „Piraten in Batavia“ nach dem Brand nicht mehr geben können, hatte die Parksprecherin Corina Zanger auf Nachfrage von schwäbische.de am Montag mitgeteilt. „Wir werden die Themenbereiche definitiv wieder aufbauen“, sagte sie.

Seit 1987 war die Indoor-Bootsfahrt im Themenbereich Niederlande in Betrieb. Thematisch drehte sich die Attraktion hauptsächlich um den Einfall von Piraten in die Hafenstadt Batavia, wie die indonesische Hauptstadt Jakarta bis 1942 hieß. Entlang des Kanals lieferten sich mechanische Puppen, sogenannte Animatronics, Schießereien und Wirtshausprügeleien.

Der Brand war am Samstagabend ausgebrochen und hatte Teile der Themenbereiche Holland und Skandinavien zerstört. Zudem verbrannte unter anderem auch eine Kleiderkammer mit Tausenden Kleidungsstücken und Accessoires für Mitarbeiter — etwa landestypische Trachten für die Themenbereiche. Eine Halle mit Kostümen für die Shows der Artisten blieb hingegen verschont.

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