Nach Einsatz bei Aulendorf: 48 Tonnen schwerer Feuerwehrkran stürzt um

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Rettungskräfte arbeiten am Ort eines Unfalls
Rettungskräfte arbeiten am Ort eines Unfalls. (Foto: Kohls/SDMG/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der Feuerwehrkran, der am Mittwoch bei der Bergung des mit Propangas beladenen Unfall-Lkws bei Blönried im Einsatz war, ist auf der Rückfahrt nach Reutlingen selbst von der Straße abgekommen und umgekippt. Der 39-jährige Kranwagenfahrer und sein 54-jähriger Beifahrer wurden leicht verletzt. Beiden geht es laut Pressemitteilung der Feuerwehr Reutlingen „den Umständen entsprechend gut“, ein Feuerwehrangehöriger konnte das Krankenhaus noch am Mittwochabend wieder verlassen.

 Der Feuerwehrkran der Berufsfeuerwehr Reutlingen ist auf Rückfahrt von einem verunglückt.
Der Feuerwehrkran der Berufsfeuerwehr Reutlingen ist auf Rückfahrt von einem verunglückt. (Foto: www.7aktuell.de/Alexander Hald)

Der Kranwagenfahrer war am Mittwochabend gegen 20.05 Uhr auf der B 312, von Pfronstetten in Fahrtrichtung Oberstetten (Kreis Reutlingen) unterwegs, als er mit dem 48 Tonnen schweren Kranlastwagen in einer langgezogenen Linkskurve nach rechts in den unbefestigten Grünstreifen abkam. Dann stürzte das Fahrzeug in einer Böschung auf die rechte Fahrzeugseite.

Andere Fahrzeuge waren nicht an dem Unfall beteiligt. „Die Feuerwehrleute des Führungsfahrzeugs und des Wechselladerfahrzeugs, die sich gemeinsam mit dem Kran auf der Rückfahrt befanden, konnten sehr schnell helfen. Sie wurden von den Feuerwehren aus Engstingen und Hohenstein unterstützt“, teilt die Feuerwehr Reutlingen mit. Beide Feuerwehrmänner wurden vorsorglich in eine Klinik gebracht. Da von mindestens zwei eingeklemmten Personen ausgegangen wurde, war laut Polizeibericht ein Großaufgebot an Rettungskräften vor Ort. Auch ein Rettungshubschrauber war vor Ort, kam jedoch nicht zum Einsatz.

Die Nachricht von dem Unfall erreichte die Aulendorfer Feuerwehr schnell. „Ich war geschockt, mit den Kameraden habe ich vor einer Stunde noch Kaffee getrunken und dann liegen sie mit ihrem Kran im Graben“, sagt Aulendorfs Feuerwehrkommandant Markus Sonntag. Das ganze habe etwas Surreales. Sie hätten mit dem Kommandanten der Reutlinger Feuerwehr gesprochen, und sich erkundigt, wie es den Feuerwehrkameraden gehe und „wir schreiben noch eine Karte“. Für die Aulendorfer Feuerwehr zog sich die Bergung des kaputten Propangas-Lkws am Mittwochabend noch in die Nacht hinein. „Es hat geklappt, aber wir haben uns die notwendige Zeit genommen und mit dem nötigen Respekt vor Gas gearbeitet“, so Sonntag.

Ein mit Propangas-Behältnissen beladener Lkw ist am Mittwochmorgen bei Blönried umgekippt.
Auf der Straße zwischen Münchenreute und Steinenbach ist am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr ein mit Propangas beladener Gefahrgut-Lkw umgekippt.

Die Bundesstraße war während den Einsatzmaßnahmen voll gesperrt, es wurde noch in den Abendstunden eine örtliche Umleitung eingerichtet, die bis zur endgültigen Bergung des Krans bestehen blieb. Die Bergung des Feuerwehrkrans am Donnerstag gestaltete sich indes aufwändig. Neben Multilift-Fahrzeugen mit Seilwinden waren für die Bergung zusätzlich zwei Mobilkrane erforderlich. Die Feuerwehr Reutlingen ging am späten Donnerstagnachmittag davon aus, dass sie sich noch bis in die Nachtstunden ziehen wird. Der Feuerwehrkran sollte auf einen Tieflader verladen und ins Herstellerwerk transportiert werden.

Der entstandene Sachschaden beläuft sich ersten Schätzungen zu Folge auf rund 500 000 Euro. Die Ermittlungen zum Unfallhergang wurden durch Spezialisten der Verkehrspolizei Tübingen übernommen.

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