Thomas Strobl
Thomas Strobl. (Foto: Sebastian Gollnow/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat Kritik der türkischen Regierung nach der angeblichen Misshandlung eines türkischstämmigen Demonstranten in Stuttgart zurückgewiesen. „Ich stehe hinter unserer Polizei und ihrer Arbeit“, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwoch). Das Verfahren in dem vorliegenden Fall laufe, wie sich das in einem Rechtsstaat gehöre, so Strobl. Das beinhalte, dass staatliches Handeln regelmäßig durch unabhängige Instanzen überprüft werde.

Kritik vom Außenminister und von Erdogan

Die türkische staatliche Nachrichtenagentur Anadolu hatte gemeldet, ein Demonstrant sei von der Polizei „misshandelt“ worden, als er gegen eine Demonstration von „Anhängern der separatistischen Terrororganisation“ in Stuttgart protestiert habe. „Ich verurteile hier scharf die deutsche Polizei, die nicht Gewalt an Terroristen, sondern an unserem Bürger angewendet hat, der sich den Terroristen widersetzt hat“, sagte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim am Montag in Ankara. Auch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan übte Kritik an der Stuttgarter Polizei.

Wegen Widersetzung "zu Boden gelegt"

„Wir leben in einem Rechtsstaat, in dem wir es übrigens keinesfalls akzeptieren, dass Konflikte aus anderen Ländern auf unserem Boden mit Gewalt ausgetragen werden“, sagte Strobl den Zeitungen weiter. Ein Sprecher der Stuttgarter Polizei hatte am Montag erklärt, am Rande einer Demonstration von 30 Kurden sei es am Samstag zu Beleidigungen und Handgreiflichkeiten gekommen. Ein 39 Jahre alter Deutscher türkischer Herkunft sei als Provokateur ausgemacht und von der Polizei zur Feststellung der Personalien festgehalten worden.

Da er sich widersetzt habe, sei er „zu Boden gelegt“ worden. Der Mann sei „mitnichten misshandelt“ worden.

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