Nach Ausbruch von Straftätern: Psychiatrie-Mitarbeiter beklagen Überlastung

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 Eines der betroffenen Häusern: das Klinikum am Weissenhof in Weinsberg, Kreis Heilbronn.
Eines der betroffenen Häusern: das Klinikum am Weissenhof in Weinsberg, Kreis Heilbronn. (Foto: Uwe Anspach)
Landes-Korrespondentin

In der Debatte über den Umgang mit psychisch kranken Straftätern haben sich am Montag Mitarbeiter des Maßregelvollzugs zu Wort gemeldet. Die Zentren für Psychiatrie (ZfP), darunter Einrichtungen in Ravensburg, Zwiefalten und Bad Schussenried, seien völlig überbelegt. Dort werden verurteilte Täter untergebracht, die nach Ansicht der Richter behandelt werden müssen und nicht in ein normales Gefängnis gehören.

Überbelegung und Fehlbelegungen

In der vergangenen Woche waren fünf Männer aus solchen Kliniken ausgebrochen, mittlerweile sind alle wieder zurück. Die Einrichtungen seien stark überbelegt, es gebe viele Straftäter, die dort nicht hingehörten, teilte Herbert Wilzek, Beschäftigtenvertreter der ZfP Süd-Württemberg mit.

„Insgesamt führt dies in den psychiatrischen Kliniken zu einem massiven Anstieg der Fehlbelegungen mit nicht therapiefähigen und therapieunwilligen Patienten, die schwere Straftaten verübt haben und zu unzumutbaren Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten“, so Wilzek.

Wilzek schloss sich der Forderung von Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) an, nicht zur Therapie bereite Täter in reguläre Haftanstalten zu verlegen. Die Forderung hatten jedoch sowohl Justizminister Guido Wolf (CDU) als auch Mitarbeitervertreter der Justizangestellten zurückgewiesen.

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