Nabu: Mittel für Herdenschutz gegen Wölfe gut angelegt

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Herdenschutzhunde
Ein Herdenschutzhund, Rasse Pyrenäenberghund, sitzt auf einer Wiese und passt auf eine Schafherde auf. (Foto: Christoph Schmidt/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

In Baden-Württemberg ist bislang zwar erst ein einziger dauerhaft ansässiger Wolf nachgewiesen worden. Dennoch sind die investierten Mittel in den Schutz von Schafen und anderen Weidetierherden nach Ansicht des Naturschutzbundes gut angelegtes Geld. „Je eher und besser wir uns vorbereiten, desto geringer sind die Folgekosten, die wir haben werden“, sagte der Nabu-Landesvorsitzende Johannes Enssle.

Dazu gehörten nicht nur die Schäden durch gerissene Tiere, sondern auch die gesellschaftlichen Konsequenzen wie Streit zwischen Jägern, Schäfern und Tierschützern, Ängste der Bevölkerung und eine polarisierende Debatte. „Vorbeugung ist der beste Schutz“, sagte Enssle. „Es ist wie beim Zahnarzt: Prophylaxe ist billiger als Zahnersatz.“

Neben den Weidezäunen empfiehlt der Nabu sogenannte Herdenschutzhunde. Mehrere solcher Tiere sollen heute (ab 10.00 Uhr) in Michelfeld (Kreis Schwäbisch Hall) bei einer Prüfung zertifiziert werden. Die Hunde hätten unverdient einen schlechten Ruf. „Es werden nicht nur zum Wolf, sondern auch zum Einsatz von Herdenschutzhunden viele Mythen, Gerüchte und Vorurteile verbreitet“, sagte Enssle. „Es wird oft gesagt, die Hunde seien Killerbestien, aber das ist völliger Unsinn.“

Herdenschutzhunde wie der Pyrenäenberghund leben von Beginn an in der Herde und im Stall mit Schafen, Ziegen und anderen Weidetieren. Feinde vertreiben sie durch Bellen und Knurren, kleinere Eindringlinge werden mit der Pfote oder dem Körpergewicht erschlagen. Herdenschutzhunde sind größtenteils auf sich gestellt und agieren ohne den Menschen. Die Hunde werden von Experten für ihren Einsatz ausgebildet.

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