Mutmaßlicher „deutscher Taliban“ kommt vor Gericht

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Justitia-Figur
Eine goldfarbene Justitia-Figur steht im vor Aktenbergen. (Foto: Britta Pedersen/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der mutmaßliche „deutsche Taliban“ Thomas K. steht von kommender Woche an in Düsseldorf vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 37-Jährigen in ihrer Anklage Terrorismus, versuchten Mord und die Nutzung von Kriegswaffen vor, wie ein Sprecher des Oberlandesgerichts am Montag mitteilte.

Der Deutsch-Pole war im Februar von Spezialkräften im Süden Afghanistans gefangen genommen und im April an Deutschland ausgeliefert worden. Den Ermittlungen zufolge war er im August 2012 nach Pakistan gereist und hatte jahrelang in den Reihen der Taliban gekämpft. Er soll zuvor im Raum Worms in Rheinland-Pfalz gewohnt haben.

Laut Anklage war er in einer für Selbstmordanschläge zuständigen Einheit eingesetzt, baute Sprengsätze und kundschaftete mögliche Anschlagsziele aus. Außerdem habe er ein Propaganda-Video für die Taliban hergestellt, auf dem er selbst bei einem Angriff auf einen Militärstützpunkt der afghanischen Armee und beim Abfeuern einer Mörsergranate zu sehen sei.

2017 sei der Angeklagte zur Taliban-Spezialtruppe „Rote Einheit“ in der afghanischen Provinz Helmand gewechselt. In seiner Vernehmung durch einen Ermittlungsrichter habe der Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen, teilte das Gericht mit.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Lars Bachler hat für den Fall zwölf Verhandlungstage angesetzt. Die Taliban versuchen, die Macht in Afghanistan zurückzuerobern und ein islamistisches Regime zu installieren.

Mitteilung

Video von Befragung des Mannes auf sozialen Medien

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