Hoffenheim: Mönchengladbach gibt 2:0-Führung her

Mönchengladbachs Christoph Kramer (oben)
Mönchengladbachs Christoph Kramer (oben). (Foto: Soeren Stache / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Ulrike John

Borussia Mönchengladbach hat sich bei der Aufholjagd auf die Europa-League-Plätze einen dicken Patzer geleistet. Die Mannschaft von Trainer Marco Rose unterlag am Mittwochabend in der Fußball-Bundesliga nach einer 2:0-Pausenführung noch mit 2:3 bei der TSG 1899 Hoffenheim. Alassane Plea (25. Minute) und Valentino Lazaro (45.+1) trafen im leeren Sinsheimer Stadion zunächst für die Gäste. Andrej Kramaric (48./65.) mit seinem 15. und 16. Saisontor sowie Ihlas Bebou (60.) drehten die Partie für die TSG nach der Pause.

Damit verpassten die zuvor in vier Spielen ungeschlagenen Gladbacher die Chance, vor dem viertletzten Spieltag auf einen Punkt an den Sechsten Bayer Leverkusen heranzurücken. Die personell gebeutelten Hoffenheimer beseitigten die wohl letzten Zweifel am Klassenverbleib und gewannen erstmals nach fünf sieglosen Partien.

„Das ist extrem bitter, sehr ärgerlich. Es zieht sich durch die ganze Saison, dass wir nach sehr guten Spielen nachlassen. Wir waren weit weg von dominant“, sagte der Gladbacher Stefan Lainer bei Sky.

Das Team von Chefcoach Sebastian Hoeneß kassierte in der ersten Halbzeit zwei bittere Gegentore gegen keineswegs übermächtige Gladbacher. Unmittelbar vor dem 0:1 reklamierten die Kraichgauer wild ein angebliches Foulspiel von Lainer an Kramaric. Doch Daniel Siebert, der von der UEFA erstmals auf die Liste der EM-Referees gesetzt wurde, ließ die Partie weiterlaufen. So enteilte beim Konter Marcus Thuram TSG-Abwehrchef Stefan Posch und Plea ließ mit seinem Schuss ins linke Ecke Torwart Oliver Baumann keine Chance.

Im Duell Thuram/Posch war mächtig Zunder drin. Schließlich hatte der Franzose bei der 1:2-Niederlage im Hinspiel den österreichischen Nationalspieler angespuckt und war für sechs Spiele gesperrt worden.

Bis zum 0:1 hatte sich das Hoeneß-Team gut auf die zuletzt so starke Borussia eingestellt und ließ auch deren Top-Scorer Jonas Hofmann kaum zur Entfaltung kommen. Der schussfreudige, aber nicht treffsichere Däne Robert Skov mit drei Versuchen (22./30./40) und vor allem Angreifer Bebou, der frei vor Keeper Tobias Sippel nur den Außenposten traf, hätten etwas fürs Torekonto machen müssen. In den fünf Spielen zuvor hatte die TSG insgesamt nur zwei Treffer erzielt.

Den nächsten Tiefschlag fingen sich die Hoffenheimer nach einem Fehlpass von Florian Grillitsch ein - wieder war Thuram der Vorbereiter, diesmal für Lazaro. Frustriert gingen die Hausherren in die Kabine, berappelten sich aber schnell wieder. Kurz nach Wiederanpfiff nutzte Kramaric die Lücke in der gegnerischen Abwehr zum Anschlusstreffer.

„Wir brauchen einen guten Endspurt“, hatte der künftige Dortmunder Chefcoach Rose vor der Begegnung gesagt. Seine Profis konnten aber weiter nicht an die 4:0-Gala gegen Eintracht Frankfurt anknüpfen. Jeweils nach einer Flanke von Pavel Kaderabek trafen dann Bebou und Kramaric gegen den machtlosen Sippel und eine zunehmend konsternierte Borussia, die dieses Mal große Probleme im Spielaufbau hatte. Die TSG setzte sich erstmals nach dem 3:2 in Mainz im September 2017 nach einem Zwei-Tore-Rückstand noch durch.

© dpa-infocom, dpa:210421-99-299497/4

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