Moculescu: Berlin leicht favorisiert, Zukunftshoffnung Düren

Berlin Volleys - Stelian Moculescu
Berlins Trainer Stelian Moculescu. (Foto: Soeren Stache / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Christoph Lother

Der langjährige Erfolgstrainer Stelian Moculescu setzt in den Finals der Volleyball-Bundesliga auf die Berlin Volleys. „Es ist eng, aber Berlin in meinen Augen leicht favorisiert“, sagte der 70-Jährige der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Ab Donnerstag (18.00 Uhr/Sport1) ermitteln die Hauptstädter und ihr Dauerrivale VfB Friedrichshafen zum achten Mal in Folge gegeneinander den deutschen Meister. Das erste Spiel der Best-of-Five-Serie findet am Bodensee statt.

„Beide Teams haben in den Playoffs bisher nicht die große Dominanz ausgestrahlt, die man von ihnen gewohnt ist“, sagte Moculescu über das Duell seiner Ex-Clubs, die seit 1998 sämtliche Meistertitel unter sich aufgeteilt haben. „Auch die Berliner haben noch nicht das auf das Feld gebracht, was mit dieser gut besetzten Mannschaft meiner Meinung nach möglich wäre“, betonte der Rumäne. „Dennoch sagt mir mein Bauchgefühl, dass sie es packen.“

Die Hauptrunde hatten die Rekordchampions aus Friedrichshafen, deren Kapitän Dejan Vincic seinen Vertrag kürzlich um ein weiteres Jahr verlängert hat, als Spitzenreiter abgeschlossen. Im Viertel- und Halbfinale setzten sie sich dann gegen Bühl und Lüneburg durch. Die Berliner hatten als Tabellendritter die Playoffs erreicht und dort gegen Königs Wusterhausen und Düren gewonnen.

Perspektivisch fände es Moculescu „wünschenswert, wenn eine dritte Mannschaft diese Phalanx mal aufbrechen und für etwas mehr Spannung sorgen könnte“. Die Situation sei vergleichbar mit der des FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga. „Es liegt vor allem an den anderen, wenn sie nicht hinterherkommen“, sagte der mehrfache deutsche Meister- und Pokalsieger-Trainer sowie Champions-League-Gewinner von 2007. „Die Dürener haben eine sehr gute Saison gespielt und hatten vor ein paar Jahren schon mal so eine Phase. Es wäre zu hoffen, dass sie nun dauerhaft dranbleiben.“

Auch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Sport sieht Moculescu durchaus mit Sorge. „Der Volleyball wird nie untergehen“, sagte er. „Aber die langfristigen Folgen dieser Krise wird er erst noch spüren. Die Kinder können sich kaum bewegen, den Vereinen dürfte der Nachwuchs wegbrechen. Dabei könnte doch gerade der Sport dafür sorgen, dass die Gesellschaft insgesamt gesünder wird und es vielleicht weniger Risikogruppen gibt. Es ist ein echtes Drama.“

© dpa-infocom, dpa:210406-99-100081/4

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