Missbrauch in Staufen: Aufklärung muss weitergehen

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Aufklärung muss weitergehen
Aufklärung muss weitergehen (Foto: Roland Rasemann)
Landes-Korrespondentin

Der Name klingt gut: „Kommission Kinderschutz“ heißt das Gremium, das die Landesregierung als Konsequenz aus dem Missbrauchsfall Staufen einberufen will. Zur Hälfte mit Regierungsvertretern und zur Hälfte mit Experten besetzt, unter Leitung von Sozialminister Manfred Lucha (Grüne). Das macht grundsätzlich Sinn. Aus Staufen lernen, heißt für die gesamte Jugendhilfe lernen. Schon jetzt ist klar: Es war keineswegs das Verschulden Einzelner, das zu den Pannen führte. Vielmehr fehlt es an ausreichend Personal in den Jugendämtern sowie an verbindlichen Standards – etwa, wer wem was sagen muss. Die Probleme sind benannt, nun müssen Lösungen her. Diese erreicht nur, wer die verantwortlichen Ministerien früh mit einbindet. Die Kommission muss öffentlich berichten, sich dem Parlament stellen. Das sorgt für gewisse Transparenz.

Dennoch reicht das nicht. Die Frage „Was ist in Staufen passiert, und wo wurden Fehler gemacht?“ müsste zusätzlich unabhängig untersucht werden. Man darf davon ausgehen, dass sich die beteiligten Ministerien untereinander nicht immer grün sind. Niemand lässt sich gerne sagen, dass in seiner Zuständigkeit Fehler passiert sind. Seit Bekanntwerden des Staufener Falls gab es stellenweise ein Schwarzer-Peter-Spiel hinter den Kulissen. Das Vertrauen in die Behörden ist erschüttert. Ein unabhängiges Urteil ist schon deswegen nötig, um sich gar nicht erst dem Verdacht auszusetzen, man wolle etwas unter den Teppich kehren.

k.korf@schwaebische.de

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