Ministerin setzt weiter auf Ausgründungen aus Hochschulen

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Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen)
Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, spricht am Mikrofon. (Foto: Marijan Murat/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Trotz des Wirbels um eine Ausgründung der Uniklinik Heidelberg zur Vermarktung eines Bluttests für Krebs hält Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) solche Startups für wünschenswert. „Der aktuell diskutierte Fall, der zunächst aufgeklärt werden muss, darf nicht dazu führen, alle positiven Beispiele und den Aufbruch zum Gründerland generell in Zweifel zu ziehen“, betonte Bauer auf Anfrage in Stuttgart. „Wir wollen mehr Ausgründungen aus Universitäten und Hochschulen.“

Der Leiter der Heidelberger Frauenklinik, Christof Sohn, hatte kürzlich der Öffentlichkeit den Test zur Brustkrebsfrüherkennung vorgestellt, der in Kürze marktreif sei. Der Test soll von der Ausgründung der Uniklinik, der Heiscreen GmbH, vermarktet werden, an der Sohn Anteile besitzt. Viel zu früh sei der Bluttest auf Brustkrebs der Öffentlichkeit präsentiert worden, urteilt die Fachwelt.

Nach Ansicht des Generalsekretärs der Deutschen Krebsgesellschaft, Johannes Bruns sind Ausgründungen aus Unikliniken ein zweischneidiges Schwert: „Mit zu frühen Ausgründungen tut man sich keinen Gefallen.“ Wissenschaftler, die bislang frei forschen konnten, müssten auf einmal wirtschaftlichen Zwängen gehorchen, etwa um Investoren anzuziehen.

Bauer betonte hingegen: „Sicher kann es Zielkonflikte geben. Aber damit ist professionell und mit entsprechenden Regeln und Vorgaben umzugehen.“ Sie fügte hinzu: „Ein Innovationsstandort wie Baden-Württemberg ist darauf angewiesen, dass Forschungsergebnisse möglichst schnell in die Praxis umgesetzt werden.“ Es seid notwendig, dass der Südwesten mehr Startups hervorbringe, gerade auch im Bereich der Lebenswissenschaften.

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