Meuthen: Martialische Auftritte von AfD-Funktionären beenden

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Jörg Meuthen
Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen. (Foto: Paul Zinken / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen wirbt bei seinen Parteikollegen für einen neuen Stil ohne Gebrüll und krasse Rhetorik. „Wir müssen regierungsfähig und regierungswillig werden, das geht nur mit einem bürgerlich-konservativen, freiheitlichen Profil, und das geht nicht mit Radikalisierung“, sagte der Parteichef der Deutschen Presse-Agentur. Für die AfD müsse es 2020 in Richtung „reformorientierte Bürgerlichkeit“ gehen und nicht wie unlängst bei einer Demonstration in Baden-Baden „Richtung Revolution oder ähnliches“. Der Europaabgeordnete erklärte: „Das ist einfach ein Duktus, den wir herausbekommen müssen, der gehört nicht zu dieser Partei.“

Anlass der Protestkundgebung vor dem SWR-Gebäude in Baden-Baden am vergangenen Wochenende war die Debatte um eine WDR-Satire, in der eine fiktive Oma als „Umweltsau“ bezeichnet wurde. Bei der Demonstration hatte der Freiburger AfD-Stadtrat Dubravko Mandic gerufen: „Wir werden sie aus ihren Redaktionsstuben vertreiben!“ Er sagte auf dem Podium weiter: „Schon der Anflug einer Revolution versetzt sie in Angst und Schrecken.“ Der Stuttgarter AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple, gegen den ein Parteiausschlussverfahren läuft, rief: „Wer weiß, wie lange wir unsere demokratische Kultur hier noch weiter fortführen können.“

Auf die Frage, was ihn an diesen Demonstration am meisten gestört habe, antwortete Meuthen: „der martialische Auftritt eines Herrn Mandic und dieses Gebrüll „Lügenpresse, Lügenpresse““. Die Kritik an der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und auch die Forderungen nach dessen Abschaffung gehörten zwar durchaus zu den Positionen der AfD. „Die Frage ist aber: wie macht man das? Und die Art und Weise, wie das in Baden-Baden geschehen ist, ist tief erschreckend“, sagte Meuthen, der Mitglied des baden-württembergischen AfD-Landesverbandes ist.

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