„Mein Kampf“: Viele wollen Hakenkreuzbinden tragen

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Französische Holocaust Überlebende
Davidstern mit dem Schriftzug "Juif" (Jude). Annette Krajcer war zwölf Jahre alt, als im Juli 1942 innerhalb von zwei Tage 13 000 Juden, darunter tausende Kinder in Paris festgenommen wurden. (Foto: Clare Byrne / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Für die umstrittene Aufführung von George Taboris „Mein Kampf“ sind beim Theater Konstanz bereits mehrere Anfragen für Freikarten eingegangen. Es hätten sich bisher rund 50 Interessierte gemeldet, sagte eine Sprecherin. „Das ist sehr viel, das hat mich überrascht.“ Zuvor hatte auch der SWR berichtet. Das Theater hatte für einen freien Eintritt die Bedingung gestellt, dass Besucher während der Vorstellung ein Hakenkreuz-Symbol im Theatersaal tragen sollten. Mit der Idee wollte das Theater nach eigenen Angaben unter anderem zeigen, wie schnell man Menschen korrumpieren könne.

Wer eine Karte kaufe, könne dagegen einen Davidstern als Zeichen der Solidarität mit den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft tragen, hieß es beim Schauspielhaus. Wie viele Karten insgesamt verkauft wurden, konnte das Theater am Dienstag nicht sagen. Es seien 14 Vorstellungen geplant, die Auslastung liege im Schnitt bei rund 45 Prozent.

Die Freikarten-Idee hatte im Vorfeld der Aufführungen für Ärger gesorgt. So hatten etwa die Deutsch-Israelische Gesellschaft in der Bodensee-Region und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz unter anderem auch kritisiert, dass die Premiere am 20. April auf den Geburtstag von Adolf Hitler fällt. Zuschauer, die das Datum als Provokation empfänden, könnten die Karten umtauschen, hieß es daraufhin vom Theater.

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