Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg gegen autofreie Innenstädte

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Grün-Schwarz will im Südwesten den Individualverkehr aus Ortskernen zurückdrängen. Doch die Mehrheit der Bürger sieht das skeptisch, wie eine Civey-Umfrage für Schwäbische belegt. (Foto: Musolf, Sebastian)
Redakteur

Die Mehrheit der Deutschen möchte Autos nicht aus den Innenstädten verbannen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von Schwäbische.de.

Auf die Frage „Sollten deutsche Städte Ihrer Meinung nach autofrei werden?“ antworteten demnach 56 Prozent der Befragten mit „nein, auf keinen Fall“ oder „eher nein“. 37 Prozent beantworten die Frage nach autofreien Innenstädten mit „ja, auf jeden Fall“ oder „eher ja“. Unentschieden äußerten sich sieben Prozent. Für Süddeutschland ergibt sich ein ähnliches Bild.

Die Zustimmungsraten für autofreie Innenstädte in Baden-Württemberg (40 Prozent) und Bayern (38 Prozent) liegen leicht über dem Bundesdurchschnitt, eine Mehrheit lehnt eine Sperrung hier aber ebenfalls ab – 53 Prozent in Baden-Württemberg, 55 Prozent in Bayern. Diskussionen über die Sperrung von Straßen für Autos, höhere Parkgebühren und Geschwindigkeitsbegrenzungen auch auf Durchfahrtsstraßen gibt es in vielen Gemeinden.

In Baden-Württemberg haben Grüne und CDU im Koalitionsvertrag vereinbart, Kommunen bei der Einführung von autofreien Innenstädten zu unterstützen. „Ziel des Verkehrsministeriums ist es, den Autoverkehr in Städten deutlich zu reduzieren, insbesondere in den Innenstädten“, sagte Verkehrs-Staatssekretärin Elke Zimmer (Grüne) der „Schwäbischen Zeitung“.

Anders in Bayern: Dort tritt Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) dafür ein, dass „weiterhin jeder die freie Wahl des für die jeweilige Lebenssituation passenden Verkehrsmittels hat“. Nach Ansicht von Anne Klein-Hitpaß, Leiterin des Forschungsbereichs Mobilität am Deutschen Institut für Urbanistik, klingt die Forderung nach autofreien Innenstädten „radikaler, als sie eigentlich ist“.

In entsprechenden Konzepten sei die Zufahrt in autofreie Bereiche für Ver- und Entsorgung, Handwerker, Anwohner, Taxen und mobilitätseingeschränkte Personen in aller Regel weiter zulässig. „Die Innenstädte werden attraktiver, wenn dort weniger Autos sind“, so Klein-Hitpaß.

An der Online-Befragung beteiligten sich vom 29. September bis zum 12. Oktober insgesamt 5002 Menschen.

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