Maria jahrelang verschwunden: Prozessbeginn gegen Begleiter

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Namensschild Maria H.
Das Namensschild der damals verschwundenen Maria hängt an ihrer Zimmertür. (Foto: Patrick Seeger/Archivbild / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Im Fall der mehr als fünf Jahre lang verschwundenen Maria H. aus Freiburg beginnt im Mai der Prozess gegen den langjährigen Begleiter des Mädchens. Der heute 58 Jahre alte Mann aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen müsse sich vom 8. Mai an vor dem Landgericht Freiburg verantworten, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Ihm würden Kindesentführung und sexueller Missbrauch zur Last gelegt. Er sei im Mai 2013 mit der damals 13-Jährigen ins Ausland geflüchtet, ohne dass deren Eltern von dem Plan wussten oder einverstanden waren. Zudem werde ihm sexueller Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen vorgeworfen.

Für den Strafprozess sind den Angaben zufolge sieben Verhandlungstage geplant. Gehört werden sollen 15 Zeugen. Ein Urteil könnte es demnach Ende Juni geben. Bei Kindesentzug drohen laut Strafgesetzbuch bis zu fünf Jahre Haft, in schweren Fällen bis zu zehn Jahre. Maria und ihre Mutter sind laut Gericht Nebenklägerinnen in dem Prozess.

Der Angeklagte war im vergangenen Sommer in Italien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden. Er sitzt in Untersuchungshaft. Maria war zuvor überraschend zu ihrer Mutter nach Freiburg zurückgekehrt und hatte gegenüber der Polizei ausgesagt.

Die heute 18-Jährige war im Mai 2013 den Angaben zufolge freiwillig mit dem rund 40 Jahre älteren Mann untergetaucht. Die beiden sollen sich im Internet kennengelernt haben, der Mann habe sich in Internet-Chats als Teenager ausgegeben. Weil das Mädchen nicht volljährig war, suchte die Polizei jahrelang wegen Kindesentzugs und sexuellen Missbrauchs mit internationalem Haftbefehl nach dem Mann.

Den Angaben zufolge war das Paar durch Osteuropa und nach Italien gereist. Die vergangenen zwei Jahre lebte es demnach gemeinsam in einer Wohnung auf Sizilien. Dort war der Mann festgenommen worden.

Pressemitteilung

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