Coronavirus-Test
Ein Mitarbeiter hält in einem Abstrichzentrum einen Coronatest-Abstrich in der Hand. (Foto: Sebastian Gollnow / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischhersteller Tönnies will das baden-württembergische Sozialministerium Leiharbeiter vor der erstmaligen Arbeitsaufnahme auf das Virus untersuchen lassen. Das sieht ein Entwurf eines Eckpunktepapiers vor, der aktuell mit dem Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium abgestimmt wird, wie eine Sprecherin von Sozialminister Manne Lucha (Grüne) am Freitag in Stuttgart mitteilte.

Vor dem Hintergrund der teilweise hohen Fluktuation der Schlachtbetriebs-Leiharbeiter stelle die erstmalige Arbeitsaufnahme ein besonderes Risiko für den Eintrag des Corona-Erregers in die Betriebe dar. „Ebenfalls in dem Konzeptentwurf vorgesehen ist eine einmalige flächendeckende Testung in großen Schlachtbetrieben, die Leiharbeiter beschäftigen.“

Agrarminister Peter Hauk (CDU) sprach sich dafür aus, in Reihenuntersuchungen von Schlachthofmitarbeitern einzusteigen. „Die Gesundheit und Sicherheit der in diesen Betrieben beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht stets im Vordergrund.“

Neben Müller Fleisch in Birkenfeld bei Pforzheim gibt es im Südwesten zwei weitere Großschlachthöfe in Ulm und Crailsheim. Müller Fleisch hatte vor Wochen mit einem Virusausbruch zu kämpfen. In der Fleischfabrik hatte es etwa 400 Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Viele Mitarbeiter mussten in häusliche Quarantäne. In Ulm wurde ein Fall bekannt. Dieser habe in Zusammenhang mit einem familiären Infektionsgeschehen gestanden, teilte die Sprecherin von Lucha mit.

Neben Müller Fleisch beschäftigt dem Ministerium zufolge auch der Schlachtbetrieb in Crailsheim in größerem Umfang Leiharbeiter. Sie kommen überwiegend aus Osteuropa. Dort und in einem weiteren größeren Schlachtbetrieb im Kreis Schwäbisch Hall habe das Gesundheitsamt gemeinsame Begehungen mit den Arbeitsschutzbehörden durchgeführt. Dabei wurden keine Auffälligkeiten beobachtet, berichtete die Sprecherin weiter.

Agrarministerium

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