Ein Lokführer hat seine Zugchefin in Plochingen stehen lassen. (Foto: dpa)

Kurioser Zwischenfall bei der Bahn: Ein Lokführer hat am Dienstag seine Zugchefin am Plochinger Bahnhof vergessen. Die fehlende Kollegin musste mit dem Regionalexpress nach Göppingen nachkommen. Wegen der Panne hatten die rund 200 Reisende im Intercity von Karlsruhe nach München eine knappe Stunde Verspätung. 

„Das passiert wirklich ganz selten,“ sagte ein Bahn-Sprecher auf Nachfrage von „Schwäbische.de“. Warum genau die Zugchefin am Bahnsteig stehen gelassen wurde, könne er nicht sagen. Nur, was meistens der Grund ist, wenn einmal Personal vergessen wird: Wenn die Zugbegleiter bei einem Halt aussteigen, deaktivieren sie eine Tür, die der Lokführer von der Lok aus dann nicht mehr schließen kann.

„Sobald die Zugbegleiter das Signal zur Abfahrt geben, schließen sich alle Türen, bis auf die eine, die deaktiviert ist,“ erklärt der Sprecher. So können sie als letzte vor der Abfahrt einsteigen. Wenn die Begleiter vergessen, die Tür zu deaktivieren, schließen sich alle Türen gleichzeitig und dann seien sie praktisch ausgesperrt. „Das ist die häufigste Ursache“, so der Sprecher. 

Schon in Plochingen hatte der Intercity rund eine halbe Stunde Verspätung. Weil der Zug auf die fehlende Zugchefin warten musste, kam noch eine weitere halbe Stunde Verspätung dazu. 

Ohne Betreuung seien die Passagiere aber nicht gewesen, sagte der Bahn-Sprecher. „Es sind immer mehrere Zugbegleiter an Bord.“ Zu den Aufgaben der Zugchefs und der weiteren Zugbegleiter gehören unter anderem die Fahrkartenkontrolle, die Betreuung der Fahrgäste und die Abfertigung am Bahnhof. 

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