LKA-Präsident: Polizeipräsenz nach Bluttaten hilfreich

Lesedauer: 3 Min
Ralf Michelfelder
Ralf Michelfelder, Präsident des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, bei einem Interview. (Foto: Bernd Weißbrod/Archivbild / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Nach dem mutmaßlichen Mord am Frankfurter Hauptbahnhof unterstützt der Präsident des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg, Ralf Michelfelder, den angestrebten Einsatz zusätzlicher Polizisten an Gleisen. „Der Ansatz, mehr Polizei einzusetzen, ist nicht falsch“, sagte der LKA-Chef. Nach einer solchen Tat sei es wichtig, auch das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen zu berücksichtigen. „Wir können das nicht ausklammern“, so Michelfelder: „Wenn wir sehen, dass in einem Park zwar nichts passiert, die Leute sich aber aus Angst nicht trauen, durchzugehen, dann müssen wir dagegen vorgehen.“

Eine vollkommene Sicherheit gebe es auch an Bahnhöfen nicht. „Es wird nicht möglich sein, neben jeden Bahnkunden einen Polizisten zu stellen““, sagte Michelfelder. Rational handelnde Täter ließen sich aber durch Polizisten zurückschrecken, weil sie mit einer Verhaftung rechnen müssten. Bei einem psychisch labilen oder gestörten Täter, wie dies in Frankfurt der Fall gewesen sein soll, sei es schwierig, rechtzeitig zur Stelle zu sein. „Aber selbst dann verhindert man durch das Eingreifen ein Folgedelikt.“

Am Montag hatte der Tatverdächtige einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Der Junge starb noch im Gleisbett, die Mutter konnte sich retten und wurde verletzt. Eine dritte Person, die der aus Eritrea stammende Mann auch attackiert hatte, konnte sich in Sicherheit bringen. Vor gut einer Woche hatte in Voerde in Nordrhein-Westfalen ein Mann eine Frau an einem Bahnhof vor einen Zug gestoßen und so getötet. Seehofer verlangt deshalb eine größere Polizeipräsenz an Bahnhöfen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen